Thursday, 30 June 2016

Auction 16th - 18th century paintings

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Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises

Lot 712 / Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises

Detailabbildung: Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises Detailabbildung: Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises Detailabbildung: Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises Detailabbildung: Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises Detailabbildung: Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises Detailabbildung: Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises Detailabbildung: Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises Detailabbildung: Raffaello Sanzio da Urbino, 1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises

712
Raffaello Sanzio da Urbino,
1483 Urbino – 1520 Rom, Künstler seines Kreises

MADONNA MIT KIND Öl auf Holz, aufgedoppelt.
31,5 x 22,5 cm.

Catalogue price € 20.000 - 30.000

 

Dem Gemälde liegen eine diagnostische Analyse von Dr. Claudio Falcucci (M.I.D.A.) und eine technische Analyse von Dr. Paolo Violini (Restaurator, Vatikanische Museen) bei.

Dieses kleinformatige Holzgemälde von feinster Machart war eindeutig für einen privaten Haushalt bestimmt. Es steht in einem direkten Bezug zu den Madonnen mit Kind, die Raffael zwischen 1505 und 1510 teils in Florenz und teils in Rom malte. Viele von Raffaels Werken lassen sich hier als Vorläufer zu Vergleichen heranziehen. Besonders zutreffend erscheint hier der Vergleich mit der „Sacra Famiglia“ (Hermitage, Sankt Petersburg) der „Madonna d'Orleans“ (Musée Condé, Chantilly), der „Madonna Cowper“ (National Gallery of Art, Washington), jedoch vor allem mit der „Madonna dei Garofani“ (National Gallery, London). Diese ähnelt dem vorliegenden Gemälde nicht nur an Größe, ähnlich sind auch das weiße Kissen, auf dem das Jesuskind sitzt sowie die Haltung beider Figuren, ja die gesamte Bildaufteilung, besonders der Innenraum mit Fenster im Hintergrund. Gemeinsam haben beide Werke außerdem das zarte Blumenmotiv in der Bildmitte. Die gestalterische Idee, dass das Jesuskind die Nelken in der Hand hält und sie der Mutter entgegenstreckt, erinnert an die „Madonna Benois“ von da Vinci (heute Hermitage, St. Petersburg). Hier besteht ein klarer allegorischer Bezug zur Bedeutung der Nelke. Der lateinische Name der Nelke ist Dianthus (Blume Gottes) und so entsteht hier eine christliche Symbolik, die mit der Leidensgeschichte Jesu Christi verwoben ist. Der Legende nach sollen sich Marias zu Boden fallende Tränen vor dem Kreuze Christi in Nelken verwandelt haben. Das vorliegende kleine Holzgemälde erinnert an Frühwerke von Giulio Romano, wie zum Beispiel die „Madonna Hertz“ (Galleria Nazionale di Palazzo Barberini, Rom) oder die „Madonna Novar“ (National Gallery of Scotland, Edinburgh), aber auch an all jene Werke, die Giovanni Francesco Penni (1488 - 1528) zugeschrieben werden, der seinerseits ein Schüler und treuer Anhänger Raffaels war. Man denke hier vor allem an die Mittelgruppe der „Sacra Famiglia con San Giovannino e Santa Caterina“ (Muzeum Narodow, Warschau), an die „Natività“ (Abtei von Cava dei Tirreni) und an die „Madonna del Divino Amore“ (Museo di Capodimonte, Neapel). Die kürzlich ausgeführten Untersuchungen haben erwiesen, dass das Gemälde eine doppelschichtige Grundierung aufweist, was typisch für die Malerei des 16. Jahrhunderts ist. Es handelt sich hierbei um eine erste Grundierung, die direkt auf das Holz aufgebracht wurde und aus einer Kalkmischung besteht (wahrscheinlich Gesso und Leim), und eine zweite Schicht aus Bleiweiß. Bei der Reflektographie konnte man auf beiden Schichten eine feine Zeichnung erkennen, die wahrscheinlich mit Silberstift gezeichnet wurde, sowie Hell-Dunkel-Kontraste in Sfumato-Technik, die der Vorbereitung von Formen und Schattengebungen dienen sollten. Die analysierten Farben sind von guter Qualität mit Spuren von Bleiweiß, Zinnober, Pigmenten auf Kupferbasis, Azurit im Bereich des blauen Umhangs der Madonna, mit Muschelgold entlang der Säume. Auf den Kragen wurde mit Pinsel und in Großbuchstaben geschrieben „RAPHAELLO URBINAS“. (1061381) (21)


Raffaello Sanzio da Urbino,
1483 Urbino – 1520 Rome, circle of

MADONNA WITH CHILD

Oil on panel.
31.5 x 22.5 cm.

Accompanied by a diagnostic analysis by Dr Claudio Falcucci (M.I.D.A.) and a technical analysis by Dr Paolo Violini (Restorer, Vatican Museums).

This small-scale panel painting is very finely made and was clearly designed for a private household. It is directly linked to the Madonna and Child that Raphael painted between 1505 and 1510, partly in Florence and partly in Rome. Close comparisons can be made with the Holy Family (The Hermitage, St Petersburg), Madonna d'Orleans (Musée Condé, Chantilly), The Small Cowper Madonna (National Gallery of Art, Washington), but especially the The Madonna of the Pinks at the National Gallery in London. Recent non-invasive tests have proven that the present work has a double layer of primer typical for Cinquecento paintings. The first layer, a chalk mix (probably gesso and glue), has been directly applied to the panel followed by a second white lead layer. Infrared reflectography revealed a fine drawing on both layers that was probably applied with silverpoint and light-dark contrasts in sfumato technique intended to provide the basis for forms and shading. The analysed paints are of good quality with traces of lead white, vermilion, copper-based pigments, azurite on the Virgin's cloak and shell gold along the hemlines. The hemline around the collar is inscribed “RAPHAELLO URBINAS” with brushstrokes in capital letters.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.