Wednesday, 1 July 2015

Auction 16th - 18th Century Paintings

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Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen

Lot 598 / Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen

Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen Detailabbildung: Pieter Brueghel der Jüngere, um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen

598
Pieter Brueghel der Jüngere,
um 1564 Brüssel - 1637 Antwerpen

VERSUCHUNG DES HEILIGEN ANTONIUS Öl auf Holz.
49 x 65 cm.
Gerahmt.

Catalogue price € 400.000 - 600.000

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Beigegeben eine Expertise sowie eine Fotoexpertise von Dr. Klaus Ertz aus dem Jahr 2010. Er hat das Gemälde im Original untersucht.
Des Weiteren liegen eine Pigmentanalyse von Prof. Manfred Schreiner, Wien, sowie eine Analyse des Laboratoire M.S.M.A.P. (Microanalyse - Sciences des Matériaux Anciens et du Patrimoine - Etude des objets d´art), Pessac, bei.

Der Heilige Antonius Eremita lebte um das Jahr 300 in Ägypten und zog sich nach dem Tod seiner Eltern und nachdem er seine Habe verschenkt hatte in die Wüste zurück. In der Einsamkeit der Wüste wurde er mehrfach in unterschiedlicher Gestalt vom Teufel versucht.

Im Zentrum der Komposition ist der Heilige vor seiner an einem blattlosen Baum befestigten Einsiedelei zu sehen. Er kniet in Gebet und im Studium der Schrift vertieft und lässt sich durch nichts ablenken. Der Heilige befindet sich in der weiten Landschaft umgeben von einigen Versuchungen und Todsünden, vor allem Geiz, Wollust und Völlerei. Über den Rücken des völlig in sich gekehrten Antonius blickt eine junge und hübsche Nonne den Betrachter direkt an und bindet ihn auf diese Weise in das bunte Treiben mit ein. Ihre Schönheit und krallenartigen Hände entlarven sie aber als zur Seite der Versuchung gehörend. Auf dem Dach der Hütte und unmittelbar davor haben sich zahlreiche Personen versammelt und geben sich der Wollust, Trunk- und Spielsucht hin. Auch die kleinen Monster im Vordergrund spielen auf Sünden an und bereiten die um den Tisch ausgeführten Sündenfälle gleichsam vor. Das Kopfmonster links unten,das eine Schale hält, scheint von einem Studienblatt Hieronymus Boschs beeinflusst zu sein (Berlin, Kupferstichkabinett), wobei Pieter II diese kleine Komposition um das Teufelchen im Fass erweiterte. Aus der zugefügten Schale und dem Fass ergibt sich laut Ertz eine Anspielung auf die Trunksucht, eine weitere Sünde, die sich dem Heiligen nähert. Es sind aber vor allem die erotischen Versuchungen, mit welchen sich der Heilige konfrontiert sieht. Da wäre das „Huhnmonster“ mit Mädchenkopf, das eine Münze hinter sich herzieht - nach Ertz wohl eine Anspielung auf käufliche Liebe und am rechten vorderen Bildrand das Dudelsackmonster als Anpielung auf das männliche Geschlecht. Auch die übrigen, nahezu kreisförmig um die zentrale Szene angeordneten Elemente wie das Narrenschiff oder die brenennde Stadt mit auffliegenden Teufeln können als Versuchung und Sünde gedeutet werden.

Für das vorliegende Gemälde können Ertz zufolge möglicherweise einige Stiche des Vaters Pieter I dem Sohn als Vorlage gedient haben. Insgesamt sind bislang drei Versionen des Themas von der Hand Pierters II bekannt, wobei das vorliegende Gemälde wohl die Basis der beiden anderen Versionen (Sammlung de Castelnuovo in Madrid und Sammlung Coppée) bildete und um 1625 zu datieren ist. Außerdem präsentiert es sich um einige kleinere Elemente bereichert. Zu nennen wären hier das kleine Monster hinter dem „Kopfmonster“, Dolch und Münzen vor Antonius und die Küken hinter dem „Huhnmonster“.

Provenienz:
Französische Privatsammlung in der Normandie (1860 - 1880).
Privatsammlung.

Literatur:
Vgl. Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere, Lingen, 1988/ 2000, Band I, S. 452, Nr. Ft. 338 und S. 460-464.
Ausstellungskatalog Muzeum Miejskim Wroclawia, Rodzina Brueghlòw - The Brueghel Family, Breslau, 23.7. - 30.9.2013, S. 106, Nr. 7.

Ausstellung:
Kunsthalle Krems, Lucas Bosch Gelatin, Krems, 17.7. - 6.11.2011.
Muzeum Miejskim Wroclawia, Rodzina Brueghlòw - The Brueghel Family, Breslau, 23.7. - 30.9.2013. (1010021) (12)


Pieter Brueghel the Younger,
ca.1564 Brussels - 1637 Antwerp

THE TEMPTATION OF SAINT ANTHONY

Oil on panel.
49 x 65 cm.

An expert's report and a photographic certificate by Dr Klaus Ertz from 2010 is enclosed.
Furthermore a pigment analysis by Prof. Manfred Schreiner, Vienna, as well as an analysis of the Laboratoire M. S. M. A. P. Pessac are enclosed.

Saint Anthony the Great lived in Egypt around the year 300 and after the death of his parents and after giving away all his belongings withdrew to the desert. In the desert's seclusion he was tempted by the devil in different guises several times.

The saint is positioned in a wide landscape surrounded by several temptations and capital sins, especially greed, lust and gluttony. On the roof of the hut and directly in front of it, numerous figures have gathered indulging in lust, drinking and gambling. The small monsters in the foreground are also alluding to sins and are preparing the lapses performed around the table. The head monster holding a bowl at the bottom left seems to be influenced by a study of Hieronymus Bosch (Berlin, Kupferstichkabinett), whereas Pieter II extended the small composition by adding a barrel animated by a little devil. But it is primarily the erotic temptations with which the saint is being confronted. According to Dr Ertz it is possible that several engravings by the father Pieter I could have served the son as reference for the present painting. To date there are a total of three known versions of this pictorial subject by the hand of Pieter II, whereby the present painting probably served as the basis for the two other versions and is to be dated around 1625. It presents itself as enhanced by several minor elements.

Provenance:
French Private Collection of Normandy (since 1860 - 1880).
Private Collection.

Literature:
Compare Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere, Lingen, 1988/ 2000, volume I, p. 452, no. ft. 338 and pp. 460-464.
Exhibition catalogue: Muzeum Miejskim Wroclawia, Rodzina Brueghlòw - The Brueghel Family, Breslau, 23 July - 30. September 2013, p. 106, no. 7.

Exhibition:
Kunsthalle Krems, Lucas Bosch Gelatin, Krems, 27 July - 6 November 2011.
Muzeum Miejskim Wroclawia, Rodzina Brueghlòw - The Brueghel Family, Breslau, 23 July - 30 September 2013.

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