Thursday, 27 June 2019

Auction Old Master Paintings Part I

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Peter Paul Rubens, 1577 Siegen – 1640 Antwerpen, zug.
Detailabbildung: Peter Paul Rubens, 1577 Siegen – 1640 Antwerpen, zug.
Detailabbildung: Peter Paul Rubens, 1577 Siegen – 1640 Antwerpen, zug.
Detailabbildung: Peter Paul Rubens, 1577 Siegen – 1640 Antwerpen, zug.
Detailabbildung: Peter Paul Rubens, 1577 Siegen – 1640 Antwerpen, zug.
Detailabbildung: Peter Paul Rubens, 1577 Siegen – 1640 Antwerpen, zug.
Detailabbildung: Peter Paul Rubens, 1577 Siegen – 1640 Antwerpen, zug.
Detailabbildung: Peter Paul Rubens, 1577 Siegen – 1640 Antwerpen, zug.

617
Peter Paul Rubens,
1577 Siegen – 1640 Antwerpen, zug.

SCHWEBENDER PUTTO Schwarze, rote und weiße Kreide auf Büttenpapier, verso von feinem Japanpapier restauratorisch unterlegt.
Maße des Blattes: 27,2 x 13,5 cm (Blatt links zu 16,1 cm ergänzt).
Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.

Catalogue price € 180.000 - 400.000 Catalogue price€ 180.000 - 400.000  $ 196,200 - 436,000
£ 158,400 - 352,000
元 1,409,400 - 3,132,000
₽ 12,688,200 - 28,195,999

 

Rubens hat diese Studie in schwarzer und roter Kreide auf Büttenpapier gezeichnet, das Weiß im Sinne einer Glanzhöhung eingesetzt. Das Alter des Papiers ist durch Untersuchung für die Zeit um 1618 gesichert. Dies gilt als ein umso wichtigeres Indiz, als die Ausführung des großen Altarblattes „Die Hl. Jungfrau umgeben von den Unschuldigen Heiligen Kindern“auch im Jahr 1618 gemalt wurde. Dabei sind für die Bedeutung unseres Blattes mindestens zwei Kriterien zu nennen: zum einen findet sich unser „Putto“ in nahezu exakter Wiederholung im genannten Gemälde, nämlich links oben, neben den weiteren Kinderfiguren, zum anderen ist das Grundthema des „Puttenreigens“ ohnehin ein ausgesprochen eigentypisches Phänomen in der Bilderfindung des großen Flamen. Damit ist auch unser Blatt in der Bedeutung für das Rubensschaffen als ein Werk von Rang zu sehen.
Der Zeichnung ist die entsprechende Virtuosität und Reife der Blütezeit des Rubens'schen Wirkens eigen. Selbst als Darstellungsdetail für das Altarblatt zeigt sich die Zeichnung bereits in der künstlerischen Wirkung als eigenständiges, autonomes Kunstwerk. Die Verwendung dreier Farbstifte, die Hintergrundschattierung links, vor allem aber auch die Weißhöhung, verleihen dem Blatt diese Wirkung.
Auf die Wiedergabe der Arme hat Rubens hier bewusst verzichtet, sehen wir sie doch in der Gemäldeausführung etwa von der Kinderfigur daneben überdeckt. Dass unser Putto im Altarbild nicht völlig exakt wiederholt wurde, ist etwa an der Form der Haarlocke zu sehen, auch darin, dass das Gesicht dort weiter abgewandt erscheint. Solche Beobachtungen lassen sich zurecht auch als Indiz der Echtheit sehen – schließlich wurde unser Blatt von keinem der Experten der Rubensforschung in Frage gestellt. Es würde zu weit führen, für die zahllosen Kinderdarstellungen, die im Altarbild die Marienfigur umschweben, lebende Modelle im Rubensumfeld zu suchen. Jedenfalls aber wissen wir, dass Rubens nicht selten seine eigenen Kinder, wie etwa den Sohn Albert (geb. 1614) als Modell zum Vorbild hatte, wie wohl auch in jenem Werk in der Albertina, Wien, (Inv. Nr. 17639). Jedenfalls erweckt auch unsere Blatt eher den Eindruck einer Zeichnung nach einem lebenden Kindervorbild, als nach idealisierter Idee. So ist auch das Gesicht weit realistischer gegeben, als dann im Ölbild, was zudem für die Authentizität spricht, von sämtlichen namhaften Rubensexperten bestätigt. So handelt es sich bei unserem vorliegenden Werk nicht zuletzt auch um eine bedeutende Ergänzung des graphischen Oeuvres für Rubens.

Literatur:
A.-M. Logan and M. C. Plomp, Pieter Paul Rubens, The Drawings, exh. Cat. New York, Metropolitan Museum of Art, 2005, pp. 192-3, Nr. 59., S. 237-238, Nr. 81, Fig. 126.
Inventar Albertina, Wien, Nr. 8296, Logan – Plomp op .cit. S. 204 f. N. 65.

Provenienz:
Georges Bourgarel, Paris.
Gutekunst & Klipstein, Bern, 22.11.1956, Lot 272.
Privatsammlung, England.
Angeboten bei Christie’s, New York, 28.01.2015, Lot 62. (1190203) (11)


Peter Paul Rubens,
1577 Siegen – 1640 Antwerp, attributed

FLOATING PUTTO

Black, red and white chalk on laid paper. Mounted on card.
Dimensions of the sheet: 27.2 x 13.5 cm (Sheet added to 16.1 cm.).
Mounted and framed with glass.

The present drawing in swift lines probably shows a live drawing of a figure of a small child. Pentimenti on the left foot, the realistic rendition of the head and a few single outlining lines suggest that this is a sketch. A comparison with Rubens’ work quickly reveals similarities: a painting titled The Virgin and Child Surrounded by the Holy Innocents held at the Louvre was created ca. 1618. A young child can be made out in the top left which is identical to the child in the drawing in this lot, particularly its posture and expression. Rubens created numerous sketches for his paintings and children often acted as models. These sketches were incorporated into paintings at various times. In this instance, it could be assumed that Rubens drew his own son Albert, who was born on 5 June 1614 and this seems to also be the case for a drawing held at the Albertina Museum, Vienna (inventory no. 17639). According to the description at Sotheby’s no relevant Rubens expert doubts the authorship of the sketch in this lot. According to the paper expert Pieter Bower the paper dates to ca. 1618. The paper was extended on the left by ca. 23 mm, with slight foxing and darkened within the mount, especially around the edges. However, overall it is in a beautiful and crisp condition.

Literature:
A.-M. Logan and M. C. Plomp, Pieter Paul Rubens, The Drawings, exh. Cat. New York, Metropolitan Museum of Art, 2005, pp. 192-3, Nr. 59., S. 237-238, Nr. 81, Fig. 126.
Inventar Albertina, Wien, Nr. 8296, Logan – Plomp op .cit. S. 204 f. N. 65.

Provenance:
Georges Bourgarel, Paris.
Gutekunst & Klipstein, Bern, 22 November 1956, lot 272.
Private collection, England.
Offered at Sotheby's, New York, 28 January 2015, lot 62.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.