Thursday, 27 June 2013

Auction Maiolica

» reset

Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi

Lot 521 / Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi

Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Detailabbildung: Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi

521
Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi

Höhe: 22,3 cm.
Breite: 50 cm.
Tiefe: 46,5 cm.
Urbino, 16. Jahrhundert.

Catalogue price € 500.000 - 700.000

Share at Facebook Pin-It on Pinterest Share at Google+

 

Auf einem hohen Fuß geformt aus drei Löwentatzen mit eingestellten Voluten steht die tief gemuldete Dreipass-Schale. Die Lippe wölbt sich leicht nach außen. In den Zwickeln des Dreipasses sind Satyrköpfe und Blattmasken vollplastisch modelliert, die in Henkel auslaufen. Eine Schale zeigt eine zeitgenössische Fischer-Szene in einem Fluss, vorne mittig lagert der Flussgott begleitet von einem Löwen. Seitlich begrenzen die Mauern einer Stadt das Flussbett, das im Hintergrund zusätzlich über eine kleine Staumauer läuft. Die andere Schale zeigt Moses, der Wasser aus dem Stein schlägt. Mose wendet sich mit leichtem Schritt zum Stein und schlägt mit einem langen Stab dagegen. Ihm zur Seite stehen zwei weitere Männer in antikischem Gewand, einer davon ist der Erzählung nach Aaron. Zu beiden Seiten der Quelle und des kleinen Flusses sind Figuren gruppiert, die Wasser in Schalen auffangen oder direkt aus dem Fluss trinken. Rechts werden zwei Kamele getränkt, vor ihnen trinkt ein Knabe aus einer Schale, angewiesen von seiner Mutter, die vor ihm kniet. Von oben erhält Moses Weisung von Gott, der in den aufreißenden Wolkenbänken dargestellt ist. Im Mittel- und Hintergrund ist die Zeltstadt zu sehen, in der das Volk lebt, dahinter eine bergige Landschaft mit Bäumen. Die äußere Wandung zieren auf den stark gebauchten Flächen anmutige Stadtansichten sowie Landschaften am Meer. Bemalung in Blau, Gelb, Ocker, Mangan, Grün, Braun, Schwarz und Weiß. Glasurabplatzungen an den Kanten. Bruchrest.

Anmerkung I:
Die literarische Grundlage für die Darstellung des Moses, der Wasser aus dem Stein schlägt, liefert das Alte Testament, 4. Buch Mose 20.

Anmerkung II:
Die Darstellung der Fischer mit Flussgott ist eine Kombination aus zwei Stichen von Philips Galle aus dem Jahr 1578, die sich im Rijksprentenkabinet, Amsterdam, befinden. Einer der Stiche wurdevollständig verwendet, dem anderen wurden nur zwei Figuren entlehnt, um die Darstellung an das Bildformat anzupassen. Eine sehr verwandte Erfrischungsschale aus Venedig aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zeigt ebenfalls Fischer nach einem Stich von Galle und befindet sich in Sèvres, vgl. Jeanne Giacomotti, "Catalogue des majoliques des musées nationaux", Paris, 1974, S. 449f, Abb. 1336.

Anmerkung III:
Gefäße dieser Form auch im Nationalmuseum in Florenz. Diese stammen aus einem großen Service, das für den Herzog von Urbino gefertigt wurde, zwei weitere im Museo Civico in Bologna sowie einer in der Wallace Collection in London und zwei in der Sammlung der Princeton University und Exemplare im Metropolitan Museum, eines im Fitzwilliam Museum in Cambridge.

Literatur:
Eine Schale von gleicher Form wohl aus der Manufaktur der Fontana in Urbino um 1570, vgl. Jeanne Giacomotti, "Catalogue des majoliques des musées nationaux", Paris, 1974, S. 339, Abb. 1034, 1035.
Ein großes, rundes Becken aus der Patanazzi-Werkstatt, das in vergleichbar anmutiger Weise die Geschichte von Moses zeigt, wie er das Wasser aus dem Stein schlägt, befindet sich im Museo Civico in Pesaro, vgl. Katalog "Maioliche del Museo Civico di Pesaro", Pesaro, 1979, Nr. 2. Eine besonders deutliche Parallele liefert u. a. der mit dem Kopf in Richtung Betrachter gebeugte Mann, der direkt aus dem kleinen Fluss trinkt.
Ein großer Weinkühler aus der Werkstatt des Francesco Durantino im Victoria and Albert Museum zeigt auf der Außenwand eine sehr verwandte Darstellung von Moses, der Wasser aus dem Stein schlägt, vgl. Elisa P. Sani, "Italian Renaissance Maiolica", V & A, London, 2012, S. 105. Es scheint, dass dem vorliegenden Gefäß und dem Weinkühler der gleiche Druck zugrunde liegt. (930009)
€ 500.000 - € 700.000


Pair of large, rare, maiolica bowls,
probably from the Patanazzi workshop
Height: 22.3 cm.
Width: 50 cm.
Depth: 46.5 cm.
Urbino, 16th century.

The tall foot formed by three lion's paws and volutes holds the deep trefoil bowl with slightly flanged lip. In between the trefoil leaves, sculpted satyr heads and foliage masks form handles. One bowl depicts a fisherman by a river with a reclining river god centred in the front, accompanied by two lions. The river is enclosed by city walls and can be seen flowing off into the background over a dam wall. The other bowl depicts Moses, striking water from a rock. Moses takes a step towards the rock and strikes it with a long staff. Two men in antique garments stand by his side, one of them, according to legend, possible being Aaron. At either side of the spring groups of figures collect water in bowls or drink directly from the spring. On the right, two camels are being watered. In front, a mother kneeling besides her small son is instructing him to drink from a bowl. The sky is painted with bands of clouds, revealing God giving instructions to Moses. In the middle- and background of the painting there is a camp where Moses' people are staying with a backdrop of a mountainous landscape with trees. The exterior of the bowl is decorated with city- and seascapes. Painted in blue, yellow, ochre, manganese, green, brown, black and white. Glaze chips along the rims. Restored cracks.

Notes I:
The literary source for the depiction of Moses striking water from a rock can be found in the Old Testament, Book IV, Moses 20.

Notes II:
The depiction of the fisherman with the river god is a combination of two engravings by Philips Galle from 1578, which are located in the Rijksprentenkabinet, Amsterdam. One of the engravings was copied in its entirety whilst only two figures have been borrowed from the other in order to adjust the scene to the different picture format.
A very similar drinking bowl from Venice from the first half of the 17th century also displays a fisherman after an engraving by Galle and is located in Sèvres, see Jeanne Giacomotti, Catalogue des majoliques des musées nationaux, Paris, 1974, pp. 449ff., plate 1336.

Notes III:
Bowls of this shape can also be found in the National Museum of Florence. They originate from a large table service, which was manufactured for the Duke of Urbino. Two further bowls can be found in the Museo Civico in Bologna as well as in the Wallace Collection in London. Another two are located in the Princeton University Collection and further examples at the Fitzwilliam Museum in Cambridge.

Literature:
For a similarly shaped bowl, probably from the Fontana manufacture in Urbino circa 1579, see Jeanne Giacomotti, Catalogue des majoliques des musées nationaux, Paris, 1974, p. 339, plates 1034, 1035.
For a large, round basin from the Patanazzi workshop, which depicts the same Moses scene in a similar style, located at the Museo Civico in Pesaro, see exhibition catalogue, Maioliche del Museo Civico di Pesaro, Pesaro, 1979, no. 2.
Among other details, the rendition of the head of the stooping man who is drinking straight from the river, shows strong parallels. The exterior of a large wine cooler from the workshop of Francesco Durantino at the Victoria & Albert Museum features a closely related illustration of Moses, striking water from a rock, see Elisa P. Sani, Italian Renaissance Maiolica, V&A, London, 2012, p. 105. It apears that the present bowl and the wine cooler were modelled on the same engraving.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.