Thursday, 22 September 2016

Auction 16th - 18th century paintings

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Nürnberger Meister des 15./ 16. Jahrhunderts

Lot 894 / Nürnberger Meister des 15./ 16. Jahrhunderts

Detailabbildung: Nürnberger Meister des 15./ 16. Jahrhunderts Detailabbildung: Nürnberger Meister des 15./ 16. Jahrhunderts Detailabbildung: Nürnberger Meister des 15./ 16. Jahrhunderts Detailabbildung: Nürnberger Meister des 15./ 16. Jahrhunderts Detailabbildung: Nürnberger Meister des 15./ 16. Jahrhunderts Detailabbildung: Nürnberger Meister des 15./ 16. Jahrhunderts

894
Nürnberger Meister des 15./ 16. Jahrhunderts

CHRISTUS AM ÖLBERG, UM 1520 Öl auf Holz.
76 x 57,2 cm.

Estimate: € 28.000 - 35.000

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Beigegeben eine Expertise von Dr. Jaco Rutgers, Rutgers Kunsthistorisch Advies, Amsterdam, vom 11.7.2014 mit einigen weiteren Bildbeispielen.

Der Memminger Maler Bernhard Strigel war Sohn eines Bildhauers und stand zunächst unter dem Einfluss des Malers Bartholomäus Zeitblom (1455-1518), der der sogenannten Ulmer Schule angehörte. Bald jedoch kam er unter den Einfluss der niederländischen Malerei, was sich besonders prägnant in seinem Mindelheimer Sippenaltar von 1505 kundtut. Berühmt wurde er als Hofmaler Kaiser Maximilian I. Vom Werk des bedeutenden Künstlers ging vieles in der Reformation und Säkularisation verloren, dennoch befinden sich etliche Gemälde seiner Hand sowohl im Strigel Museum als auch in weiteren öffentlichen Sammlungen. Strigel nimmt eine herausragende Stellung am Übergang zwischen Spätgotik und Renaissance ein. Beeinflusst wurde er von Künstlern in Nürnberg sowie der sogennanten Donauschule.
Das hier vorgestellte Gemälde zeigt die biblische Szenerie als ein „Nachtbild“, was für die Malerei seiner Zeit noch ungewöhnlich war und in gewisser Weise ein Vorgriff auf Werke des späteren Malers Adam Elsheimer (1578 - 1610) ist. Im Zentrum der Darstellung zeigt der Maler Jesus nach links kniend, Arme und Hände weit nach oben gerichtet, sein Blick gilt einem in dunkler Silhouette wiedergegebenen Kelch, der links auf einer hochziehenden Felsnase abgestellt ist, von hinten nur in der leuchtenden Kontur beleuchtet. Den im Neuen Testament überlieferten Ausspruch Christi: „Lasst den Kelch an mir vorübergehen...“ drückt der Maler hier in der abwehrenden Geste der Hände aus, ein Gestus der in der Ikonografie des Bildthemas wohl einzigartig ist. Im Vordergrund links der sitzende, schlafende Evangelist Johannes, in traditionsgemäß grünem Mantel wiedergegeben, mit jugendlichem Gesicht und wellig herabziehendem blondem Haar. Rechts der liegende, schlafende Heilige Petrus, in gewohnter Weise bärtig gezeigt, die rechte Hand den Griff seines Schwertes haltend, mit dem er, der Schrift gemäß, später das Ohr des Malchus abschlagen soll. Dahinter, in Sitzhaltung nach rechts gewandt, mit geschlossenen Augen, ein weiterer Jünger Jesu. Die Figuren heller beleuchtet, die Gewandfalten markant ausgeprägt, das Textil glatt wiedergegeben, was ein spezifisches, stilistisches Merkmal des Künstlers ist. Der im nächtlichen Dunkel silhouettenhaft wiedergegebene Hintergrund zeigt, links neben dem Felsen, die Türme der Stadt Jerusalem vor dem letzten Licht der untergehenden Sonne. Weiter rechts eine Brücke über ein Gewässer mit darauf stehenden feingemalten drei Figuren, flankiert von einem Turm links sowie einem hochziehenden Baum rechts, dessen Laubkrone sich bis zum oberen Bildrand weitet. In der linken oberen Bildecke vor dunkelblauem mit Sternen übersähtem Nachthimmel die Erscheinung eines Engels zwischen Wolken sowie in der linken Ecke die zunehmende Mondsichel.

Literatur:
Vgl. Gertrud Otto, Bernhard Strigel, München/ Berlin 1964, Katalognr. 39 d und 39 c, Abb. 104 und 105.
Edeltraud Rettich, Bernhard Strigel, Herkunft und Entfaltung seines Stils, Freiburg/ Breisgau 1965, Abb. 2, 3, 28, 43 und 48-51. (1071852) (2) (11)


Master from Nuremberg,
15th/16th century

CHRIST ON THE MOUNT OF OLIVES, CIRCA1520

Oil on panel.
76 x 57.2 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Jaco Rutgers, Rutgers Kunsthistorisch Advies, Amsterdam, from 11th July 2014 with further image examples.

Literature:
Compare G. Otto, Bernhard Strigel, Munich/ Berlin, 1964, catalogue no. 39 d and 39 c, no. 104 and 105.
E. Rettich, Bernhard Strigel, Herkunft und Entfaltung seines Stils, Freiburg/ Preisgau, 1965, ill. 2, 3, 28, 43 and 48-51.

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