Thursday, 30 March 2017

Auction 16th - 18th century paintings

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Manieristischer Kreis der Prager Schule von Jacob Hoefnagel (1753-1632/33)
Detailabbildung: Manieristischer Kreis der Prager Schule von Jacob Hoefnagel (1753-1632/33)
Detailabbildung: Manieristischer Kreis der Prager Schule von Jacob Hoefnagel (1753-1632/33)
Detailabbildung: Manieristischer Kreis der Prager Schule von Jacob Hoefnagel (1753-1632/33)
Manieristischer Kreis der Prager Schule von Jacob Hoefnagel (1753-1632/33)

Lot 231 / Manieristischer Kreis der Prager Schule von Jacob Hoefnagel (1753-1632/33)

Detail images: Manieristischer Kreis der Prager Schule von Jacob Hoefnagel (1753-1632/33) Detail images: Manieristischer Kreis der Prager Schule von Jacob Hoefnagel (1753-1632/33) Detail images: Manieristischer Kreis der Prager Schule von Jacob Hoefnagel (1753-1632/33)

231
Manieristischer Kreis der Prager Schule von
Jacob Hoefnagel (1753-1632/33)

BEDEUTENDE MALEREI AUF PERGAMENTMischtechnik und Muschelgold auf Pergament.
17,5 x 14 cm.
Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.

Catalogue price € 2.000 - 3.000 Catalogue price€ 2.000 - 3.000  $ 2,260 - 3,389
£ 1,700 - 2,550
元 15,160 - 22,740
₽ 145,080 - 217,620

 

Dem Werk ist eine gutachterliche Beschreibung von Thea Vignau-Weilberg aus dem Jahr 2013 beigegeben.

Das hochformatige Pergamentblatt zeigt eine äußerst fein gemalte Rahmung mit grotesken Figuren, Masken, Fantasietierköpfen, Rollwerk und Schnecken. Am Unterrand ein Doppeladler mit goldgerahmten blaugrundigem Schild, darauf der Buchstabe „R“. In den Ecken Rollwerk- und Maskendekoration. Die Rahmung umzieht ein Gemälde „Leda und der Schwan“. Die nackte kräftige Gestalt der Leda vor dunklem Waldhintergrund im seichten Uferwasser in einer in sich gedrehten Körperbewegung, typisch für den Stil des Manierismus, in der sie über den Rücken des Schwanes steigt. Mit der rechten Hand umfasst sie den Schwanenhals, die linke ist auf den Flügel gestützt. Dem manieristischen Stil entspricht auch, dass der rechte Fuß Ledas aus dem Bild heraus in die dekorative Rahmung zieht.
Das Gemälde, insgesamt von guter Qualität, ist jedenfalls mit dem am Prager Hof in Auftrag gegebenen Typografie-Modellbuch „Abecedarium“ für Rudolf II von Habsburg in Prag in Verbindung zu bringen. Ganz augenscheinig ist hier der Monogrammbuchstabe „R“ auf blauem Schild, als Zueignung für den Herrscher Rudolf zu verstehen. So ist zu denken, dass das Blatt wohl Teil eines Illustrationszyklus antiker Mythologie zu denken ist. Zeigt die Rahmung stilistische Verwandtschaft mit den Arbeiten im genannten „Abecedarium“, so ist das Ovalgemälde selbst ganz überzeugend mit dem Gemälde „Die Vermählung von Thetis und Peleus“ von 1623 von Jacob Hoefnagel zu sehen. So ist zusammengefasst zu sagen, dass das vorliegende Werk aus dem Kreis der Prager Hofwerkstätte um 1600 stammt, vergleichbar mit den Werken von Joris und Jacob Hoefnagel.

Literatur:
Thea Vignau-Wilberg, Engelbert Seehuber, Archetypa Studiaque Patris Georgii Hoefnagelii 1592, Dichtung und Wissenschaft in der Kunst um 1600, 1994. (1091873)

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