Friday, 5 December 2008

Auction Furniture

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Malachittisch mit feuervergoldeter Bronze
Detailabbildung: Malachittisch mit feuervergoldeter Bronze
Detailabbildung: Malachittisch mit feuervergoldeter Bronze
Detailabbildung: Malachittisch mit feuervergoldeter Bronze
Detailabbildung: Malachittisch mit feuervergoldeter Bronze

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Malachittisch mit feuervergoldeter Bronze

Höhe: 77 cm.
Durchmesser: 93 cm.
Russland, um 1850.

Catalogue price € 150.000 - 170.000 Catalogue price€ 150.000 - 170.000  $ 163,500 - 185,300
£ 132,000 - 149,600
元 1,174,500 - 1,331,100
₽ 10,573,500 - 11,983,300

 

Auf vier gequetschten Kugelfüßen stehende, profilierte Malachitrundplatte. Darauf vier Adlerbeine mit Malachitkorpus, vergoldeten Klauen, Flügeln und Köpfen. Im Zentrum eine kannelierte Säule. Die vier tragenden Beine halten die mit Bronzebeschlägen verzierten Zargen, darauf die überstehende Malachitplatte.

Anmerkung:
Zu diesem Möbel liegt ein Gutachten vor: „Die qualitativ besten Malachitvorkommen befinden sich in Sibirien. Malachit besteht zu mehr als 60% aus Kupfer. Verschiedenartige Sorten, z.B. „Nierenmalachit“ , strahlenförmiger Malachit und Malachit aus horizontalen Schichten ermöglichen es, „bildhafte“ Mosaike zusammenzusetzen. Blöcke von Malachit werden in millimeterdicke Stücke gesägt, entsprechend der Muster im Stein, und anschließend in penibler Feinarbeit in Mosaike zusammengesetzt, wobei sichtbare Nahtstellen vermieden werden sollen. Die Basis ist plangeschliffener Stein oder Metall, damit sich der Malachit nach der Befestigung nicht lösen oder hochwölben kann. Zum Polieren wird eine Pasteoxyd benutzt. Um bei kritischen Stellen, Wölbungen und Ecken perfekte Übergänge zu erreichen, mischt man Malachitstaub mit grünfarbigem Zement und glättet so die Nahtstellen. Die Arbeit mit Malachit ist äußerst gesundheitsgefährdend (hoher Kupferanteil) und z.B. in Deutschland nicht erlaubt. Malachitgegenstände und -möbel kamen in Russland im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts groß in Mode. Malachit wurde als so wertvoll betrachtet wie Diamant und Malachitgegenstände waren Prestigeobjekte, die in jedem großen Haus (Adel) vorhanden zu sein hatten. Auf der Weltausstellung 1851 in London prunkte und erstaunte der russische Pavillon mit Malachiterzeugnissen höchster Qualität. 1837, nach dem großen Brand im Winterpalast wurden von Alexander Pavlowitsch Brulov, geb. 1798 in St. Petersburg, Entwürfe für die Neugestaltung des Winterpalastes - u.a. auch eines Malachitzimmers - vorgelegt. Dieser Tisch wurde nach Angaben des Vorbesitzers - eines skandinavischen Botschafters - in der UdSSR Ende der 20er/ Anfang der 30er Jahre mit diversen anderen Möbeln vom Staat für westliche Devisen aus den Beständen des Anitschkov-Palastes in St. Petersburg verkauft. Die Entwürfe dazu werden A.P. Brullov, dem bekannten Gestalter des Winterpalastes zugeschrieben. Dieser Tisch ist eine herausragende Arbeit und ein äußerst seltenes, museales Einzelstück von hoher Qualität.“

Literatur:
Vgl. Russian Furniture, The Golden Age 1780 - 1840. Verlag Weidenfeld & Nicolson, London, S. 266, 277 und 281.
V.B. Semjonov: Malachit. Swerdlowsk, Ural Publishing House, 1987, S. 179, 180, 181. 192. (720122)

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.