Auktion Gemälde Alte Meister - Teil I

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Maître de Guebwiller, tätig um 1490, Oberrheinischer Meister

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Maître de Guebwiller, tätig um 1490, Oberrheinischer Meister
Detailabbildung: Maître de Guebwiller, tätig um 1490, Oberrheinischer Meister
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Maître de Guebwiller, tätig um 1490, Oberrheinischer Meister

298
Maître de Guebwiller,
tätig um 1490, Oberrheinischer Meister

JESUS AM ÖLBERGÖl/ Tempera auf Holz.
39,1 x 28,2 cm.
In grünem Rahmen mit goldfarbenem Innenrand.

Katalogpreis € 120.000 - 150.000 Katalogpreis€ 120.000 - 150.000  $ 118,800 - 148,500
£ 108,000 - 135,000
元 842,400 - 1,053,000
₽ 7,284,000 - 9,105,000

Beigegeben sind Gutachten von Prof. Otto Fischer, Kunstmuseum Basel, 7. Dezember 1936, sowie vom Archiv Ludwig Meyer, München, 2012, und René Miller, Paris 2019.

Die Szene illustriert eine Station des Leidensweges Christi, nach dem Evangelium des Lukas (22,39-46). Jesus ist hier im Gebet kniend nach rechts dargestellt, vor einem Felsen, über dem eine Engelsgestalt erscheint, die ihm einen Kelch reicht. Dieses Detail bezieht sich auf den Text, demgemäß Jesus spricht „Lass den Kelch an mir vorübergehen“. Die Jesusgestalt ist im Bild erhöht gezeigt, nicht nur im Sinne einer Bedeutungsbetonung, sondern auch, um die schlafenden Jünger dem Betrachter näher zu bringen. Am rechten Bildrand erscheinen aus dem Hintergrund bereits die Häscher, angeführt von Judas.

Wie häufig in der Tafelmalerei der Zeit, hat sich auch dieser Meister an einem damals im Kupferstich verbreitetem Motiv orientiert. Es findet sich im Stichwerk des Martin Schongauer (Colmar 1445/50-1491 Breisach am Rhein) mit demselben Titel. Das von Schongauer gemalte Tafelbild war dem Meister des vorliegenden Werkes sicher noch nicht bekannt, weswegen er sich nach einem Stich bei der Farbwahl auf sich selbst stellen musste. Für das Kleid Jesu hat er ein Violett-Braun gewählt, bei den Jüngern dominieren die Farben Rot und Grün, allerdings hat er diese Kleiderfarben dem liegenden Petrus gegeben, anstatt dem mit einem Buch sitzenden Evangelisten Johannes. Auch die Detailformen, vor allem die Gesichter unterscheiden sich von der Stichvorlage erheblich. Die liegende Petrusgestalt hält kein Schwert, die Gesichter sind weit rundlicher gezeigt, wie ebenso die Felsen weniger gratige Kanten aufweisen, was dem Gemälde einen einheitlichen, für eine Künstlerhandschrift typischen Ausdruck verleiht. So präsentiert sich das Tafelbild als typisches Werk der Elsässer Kunst des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Gemälde des genannten oberrheinischen Meisters, der vermutlich bei dem „Meister der Passion von Karlsruhe“ gelernt hat, sind äußerst selten. Der Einfluss dieses Straßburger Meisters, der um 1430/ 50 tätig war, ist jedenfalls spürbar. Gegenüber der Stichvorlage von Schongauer zeigt sich das Tafelbild bereits in modernerer Erscheinung. A.R. (†)

Provenienz:
Sammlung Fritz Stöcklin, Kunsthandel, Basel 1936-1946.
Sammlung Dr. Georg Heinrich Thommen, Bern. (13309318) (18)



Maître de Guebwiller,
active ca. 1490, Master from the Upper Rhine region

CHRIST ON THE MOUNT OF OLIVES
Oil/tempera on panel.
39.1 x 28.2 cm.
In green frame with gilt inner edge.

Accompanied by expert’s reports by Professor Otto Fischer, Kunstmuseum Basel, 7.12.1936 as well as by Archiv Ludwig Meyer, Munich, 2012 and by René Miller, Paris 2019.

This scene illustrates one of the stations of the Passion of Christ after the Gospel according to Luke (22:39-46). Christ is depicted kneeling in prayer to the right, in front of a rock surmounted by an angel handing him a chalice. This is a typical example of late 15th century Alsatian art. Paintings by the above mentioned master from the Upper Rhine region are very rare. He was a student of the “Master of the Karlruhe Passion”, a master painter from Strasbourg, active ca. 1430/50 and his influence is noticeable here. In comparison with the engraving template by Schongauer, the panel painting already shows a more modern appearance. (†)

Provenance:
Fritz Stöcklin collection, art trade, Basel 1936-1946.
Dr Georg Heinrich Thommen collection, Bern.

Dieses Objekt wurde mit dem Datenbestand des Art Loss Registers individuell abgeglichen und ist dort weder als gestohlen, noch als vermisst registriert.

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