Thursday, 24 September 2015

Auction 16th - 18th Century Paintings

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Luca Giordano, 1632 - 1705, zug.
Detailabbildung: Luca Giordano, 1632 - 1705, zug.
Detailabbildung: Luca Giordano, 1632 - 1705, zug.
Luca Giordano, 1632 - 1705, zug.

Lot 390 / Luca Giordano, 1632 - 1705, zug.

Detail images: Luca Giordano, 1632 - 1705, zug. Detail images: Luca Giordano, 1632 - 1705, zug.

390
Luca Giordano,
1632 - 1705, zug.

APOLL UND DAPHNE Öl auf Leinwand. Doubliert.
193 x 152 cm.

Catalogue price € 40.000 - 60.000 Catalogue price€ 40.000 - 60.000  $ 45,599 - 68,400
£ 35,600 - 53,400
元 312,400 - 468,600
₽ 2,864,400 - 4,296,600

 

Das Gemälde beschreibt den narrativen Höhepunkt der Sage von Apoll und Daphne, wie sie von Ovid in den Metamorphosen erzählt wird. Apoll erreicht hier nach langer Verfolgung endlich seine geliebte Nymphe Daphne, die jedoch, um seinen Nachstellungen zu entkommen, ihren Vater (den Flussgott Peneios) bittet, in einen Lorbeerbaum verwandelt zu werden. Man sieht wie Äste und Blätter langsam dem erstarrten Körper der jungen Nymphe entspringen. Diese Sage wurde von den europäischen Künstlern des 17. Jahrhunderts häufig aufgegriffen. Giovanni Lorenzo Bernini war es, der für Scipione Borghese zwischen 1622 und 1625 eine, für den italienischen Barock kanonische Darstellung als Marmorskulptur erschuf (Galleria Borghese, Rom), die auch dem Maler Luca Giordano als Ausgangspunkt für seine lyrische Darstellung diente. Jedoch interessierte sich der große neapolitanische Meister nur am Rande für die ovidische Sage. Tatsächlich existieren nur wenige andere Gemälde von ihm gleichen Inhalts. Eines davon befindet sich in Privatbesitz in Venedig, ein anderes gehörte zu einer Serie mythologischer und historischer Darstellungen, die Karl II in Auftrag gegeben hatte und Giordano zwischen 1687 und 1688 von Neapel nach Spanien sandte. Dieses Werk muss einst zum Patrimonio Nacional, El Escorial gehört haben, ist jedoch heute nicht mehr auffindbar.
Das vorliegende Gemälde ist elegant theatralisch und technisch prachtvoll gestaltet. Es zeigt jene perfekt ausgewogene Mischung vollkommen verinnerlichter Einflüsse, die typisch für die gelungensten Werke Giordanos zwischen Ende der sechsten und Ende der siebten Dekade sind. Man erkennt darin vor allem Ribera, aber auch Rubens und die großen Meister des Veneto des 16. Jahrhunderts und natürlich Bernini, von dem die auffallende Plastizität der Figuren stammt. Dieses Netzwerk an Orientierungspunkten wird hier besonders monumental verarbeitet. Die Darstellung wirkt dynamisch und die Farbgebung edel. Apoll im Profil, die blonden Locken in Licht getaucht, ist hier fast identisch mit Darstellungen auf anderen Gemälden Giordanos, die wahrscheinlich um dieselbe Zeit entstanden, der sich hier ganz offensichtlich am gleichen Modell orientierte: man denke nur an „Socrate con Alcibiade e Santippe“ (Walpole Gallery, London), „Ratto di Elena“ (Sammlung Banco di Napoli, Neapel) und die beiden Fassungen von „Apollo e Marsia“ (Capodimonte und Privatbesitz, Neapel). Dabei handelt es sich um Werke, bei denen nicht nur der Kopf, sondern die gesamte Figur und die Kleidung des Gottes fast identisch mit unserem Apoll sind, so dass man davon ausgehen könnte, dass alle Gemälde auf dieselbe Vorstudie zurückgehen. Ähnlichkeiten bestehen auch zu anderen mythologischen Meisterwerken des jungen Giordano, auch wenn hier keine augenscheinlichen Gemeinsamkeiten bestehen. Als Beispiele seien „Il Ratto di Deianira, Nettuno insegue una ninfa“ (beide Galleria Regionale, Palazzo Albatellis, Palermo) und „Circe e Pico“ (Herzog Anton Ulrich Museum, Braunschweig) erwähnt.

Provenienz:
Privatbesitz, England.
Colnaghi, New York.
Privatsammlung. (1021603) (21)


Luca Giordano,
1632 – 1705, attributed

APOLLO AND DAPHNE

Oil on canvas. Relined.
193 x 152 cm.

The painting depicts the narrative climax of the myth of Apollo and Daphne as told by Ovid in his Metamorphoses. After a long pursuit, Apollo finally reaches the nymph Daphne, who, in order to escape from his chase, asked her father (the river god Peneios) to turn her into a laurel tree: branches and leaves are springing from the young nymph’s slowly stiffening body. The myth was commonly represented by 17th century European artists, although, strangely enough, the great Neapolitan master was only marginally interested in Ovid’s tale, devoting only a few works to the subject. One such is held in a private collection in Venice and another is part of a series of mythological and historical depictions commissioned by Karl II which Giordano sent from Naples to Spain between 1687 and 1688. This work must have been part of the collections of the Patrimonio Nacional, El Escorial but can today no longer be traced.

Our painting is elegant, theatrical and technically magnificent. As is typical for the most successful works by Giordano between the late 1660s and 1670s, he has completely internalised influences by others to create a perfectly balanced synthesis. These influences can still be perceived and include, above all, Ribera but also Rubens and other masters of the 16th century Veneto School and certainly Bernini from whom the strikingly sculptural modelling of his figures originates. This network of references is processed epically in the present painting. The depiction seems dynamic and the colouration precious.

Provenance:
Private collection, England.
Colnaghi, New York.
Private collection.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.