Thursday, 11 December 2014

Auction Modern Art

» reset

Lothar Schreyer, 1886 Blasewitz – 1966 Hamburg
Detail images:  Lothar Schreyer, 1886 Blasewitz – 1966 Hamburg

Lot 1105 / Lothar Schreyer, 1886 Blasewitz – 1966 Hamburg

1105
Lothar Schreyer,
1886 Blasewitz – 1966 Hamburg

ENGEL FÜR GISELA, 1927 Bemalter Flügelschrein aus Holz mit Messingbeschlägen und Bleistiftzeichnung (verglast) als Innenbild.
Geschlossen: 52 x 40 cm.
Geöffnet: 52 x 77 cm.

Catalogue price € 5.000 - 7.000 Catalogue price€ 5.000 - 7.000  $ 5,649 - 7,909
£ 4,250 - 5,950
元 37,900 - 53,060
₽ 362,700 - 507,780

 

Altarflügel außen mit "Gisela Prym v. Becherer" und der Datierung bezeichnet. Innenflügel mit Sinnsprüchen, die Zeichnung vom Künstler rechts unten signiert, mit "1927 Januar" datiert und mit der Widmung "Engel für Gisela" bezeichnet.

Das Innenbild zeigt die zum Entstehungszeitpunkt 12-jährige Gisela-Prym von Becherer (1915 - 2009), der Lothar Schreyer den Flügelaltar schenkte. Mit der Dargestellten, die als Übersetzerin, Autorin und Verlagsleiterin tätig war, korrespondierte der Künstler bis an sein Lebensende intensiv.
Schreyer studierte zunächst Kunstgeschichte und Jura. Nach seiner Promotion ließ er sich bei Emil Milan in Theaterregie ausbilden und arbeitete 1911 - 1918 als Dramaturg und Regieassistent am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Darüber hinaus war er zwischen 1916 und 1928 Schriftleiter von Herwarth Waldens avantgardistischer Zeitschrift "Der Sturm" und gründete mit ihm die expressionistische Sturm-Bühne, die er bis 1921 leitete. In diese Zeit datiert auch die Aufführung Schreyers erster Stücke. Anschließend wurde Schreyer von Walter Gropius als Meister und Leiter der Bühnenwerkstatt an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen (bis 1923).


Auf Vermittlung von Adolf Behne nahm er eine Tätigkeit am Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin auf. 1924 wurde er Gremienmitglied zur Gründung der Waldorfschule in Berlin und danach bis 1927 zeitweiliger Leiter der Kunstschule "Der Weg" in Berlin. In Hamburg war er von 1928 bis 1932 Cheflektor und Hauptschriftleiter für Kultur und schöngeistige Literatur der Hanseatischen Verlagsanstalt. Nach dem Übertritt zum Katholizismus 1933 arbeitete Schreyer unter dem Pseudonym Angelus Pauper schriftstellerisch und verfasste unter anderem für den Caritasverlag Heiligenlegenden. Nach 1945 veröffentlichte er für den Herder Verlag und war bis zu seinem Tod 1966 weiter als Maler tätig.

Provenienz:
Heinrich Schwab Institut, Argenbühl. (990131) (18)


Lothar Schreyer
1886 Blasewitz - 1966 Hamburg

ANGEL FOR GISELA, 1927

Painted winged wooden shrine with brass fittings and a pencil drawing in the center.
Size (closed): 52 x 40 cm;
opened: 52 x 77 cm.

The wings of the closed shrine are incribed 'Gisela Prym v. Becherer' and dated. The inside wings are inscribed with aphorisms, the pencil drawing is signed lower right, dated '1927 Januar' and inscribed with the dedication 'Engel für Gisela'.

Provenance:
Heinrich Schwab-Institut, Argenbühl.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.