Thursday, 28 September 2017

Auction 16th - 18th century paintings

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Jacques Grief de Claeuw, 1623 Dordrecht – 1694 Leiden
Detailabbildung: Jacques Grief de Claeuw, 1623 Dordrecht – 1694 Leiden
Detailabbildung: Jacques Grief de Claeuw, 1623 Dordrecht – 1694 Leiden
Detailabbildung: Jacques Grief de Claeuw, 1623 Dordrecht – 1694 Leiden
Detailabbildung: Jacques Grief de Claeuw, 1623 Dordrecht – 1694 Leiden
Detailabbildung: Jacques Grief de Claeuw, 1623 Dordrecht – 1694 Leiden

675
Jacques Grief de Claeuw,
1623 Dordrecht – 1694 Leiden

Der in Dordrecht geborene Maler war 1642 Mitbegründer der dortigen Malergilde. Seine früheren Bilder sind den Werken des Abraham Hendricksz van Beyeren (1620/21-1690) nahe, sodass dessen Einfluss vermutet werden muss. Um 1646 übersiedelt er nach Den Haag und wurde dort ebenfalls in der Malergilde aufgenommen. Seine Gemälde wurden schon damals zwischen drei und zehn Gulden gehandelt, eine für heutige Begriffe stattliche Summe.
VANITAS STILLLEBEN MIT MUSIKINSTRUMENTEN, SCHÄDEL, GLOBUS UND MALTUTENSILIEN SOWIE EINEM KUPFERSTICH VON VAN DYCKÖl auf Leinwand.
122 x 156 cm.

Catalogue price € 85.000 - 100.000 Catalogue price€ 85.000 - 100.000  $ 96,899 - 113,999
£ 75,650 - 89,000
元 663,850 - 781,000
₽ 6,086,850 - 7,161,000

 

Dem Gemälde ist ein Gutachten von Fred G. Meijer beigegeben, in dem nähere Detailinformationen für das vorliegende Bild aufgeführt werden. Vor allem auch, dass die Entstehungszeigt des Gemäldes in die 1670er-Jahre wahrscheinlich ist (Schreiben vom 21.01.1998). Danach ist die Aufschrift im Bild mit "Amsterdam 167(?)" als mögliche Ortsbezeichnung und Datierung zu verstehen. Das großformatige Stillleben zeigt sich in relativ heller Farbigkeit und bringt die fein gemalten Gegenstände nahe an den Betrachter heran. Die Tischablage, auf der ein Cello, Geige, Totenschädel, Himmelsglobus sowie das Schabkunstbildnis des Malers Antony van Dyck (1599-1641) gezeigt werden, ist hinterfangen von einem, nach den Seiten hin geöffneten roten Vorhang. Dazwischen ein geheimnisvolles Schwarz, das ganz zur Aussage des Memento mori-Gedankens gehört. Das Cello in perspektivisch guter Verkürzung wiedergegeben, bildet eine kompositionelle Diagonale im Bild von links unten nach rechts oben, wobei die Geige mit Bogen die Gegenbewegung andeutet. Im Schnitt der beiden Diagonalen ist der Schädel in dunklem Caput Mortuum zwischen hellfarbige beschriebene Dokumente gesetzt, ein geöffnetes Schreiben mit mehreren roten herabhängenden Siegeln, dazwischen eine Oboenflöte. Auch die weiteren Gegenstände, wie die ausgelöschte Kerze und die Nelke in der Glasvase rechts, ein geöffneter Almanach, eine Taschenuhr, Meerschaumpfeife sowie links im Bild eine Malerpalette mit Pinseln unterhalb einem Druckwerk über die Kunst mit gemalten Stichen, gehört ganz zum Repertoire des Vantitas-Gedankens. Von besonderer Bedeutung ist hier, dass der Maler sowohl sein eingenes Handwerkszeug wie Palette und Pinsel, aber auch ein damals schon gültiges Meistervorbild in der Grafik des van Dyck ins Bild bringt, wohl mit dem Hintersinn, dass die Vanitas auch die Kunst mitbegreift. Die Stadtbezeichnung "Amsterdam" unterhalb des Schriftzuges "BASSUS" bezieht sich wohl auch auf die Entstehungsgeschichte des Gemäldes. Die van Dyck Grafik sowie Musikinstrumente und Palette finden sich auch in weiteren Vanitas-Stillleben des Malers wie etwa in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe (Inventarnummer "765"). Da sein späterer Malstil sich von der dunkleren Farbgebung der Frühjahre unterscheidet, darf mit gutem Recht das vorliegende Gemälde in die spätere Phase seines Wirkens eingereiht werden. Werke seiner Hand – hier ebenfalls Vanitasstillleben – befinden sich in mehreren öffentlichen Sammlungen und Museen, wie etwa Aachen, Suermondt-Ludwig-Museum, Rijksmuseum Amsterdam (mit Stillleben 1650), Amsterdam Stedelijk Museum het Prinsenhof, Gemäldegalerie Berlin (Stilllleben mit Malgerät, Geige und Globus), Rheinisches Landesmuseum Bonn (Vanitasstilleben mit Violini) sowie Leipzig, Schwerin oder Oxford mit weiteren Vanitas- und Musikstillleben. (1121426)


Jacques Grief de Claeuw,
1623 Dordrecht – 1694 Leiden

VANITAS STILL LIFE WITH MUSICAL INSTRUMENTS, SKULL, GLOBE AND PAINTING UTENSILS AS WELL AS A DEPICTION OF A COPPERPLATE PRINT WITH VAN DYCK

Oil on canvas.
122 x 156 cm.

The painting is accompanied by a report by Dr Fred G. Meijer with further information regarding the work.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.