Auktion September-Auktion Teil II.

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Detailabbildung:  Hochbedeutendes Zylinderbureau von Johann Wolfgang Elias Weinsprach, 1712 Öhringen - 1776 Bruchsal.

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 Hochbedeutendes Zylinderbureau von Johann Wolfgang Elias Weinsprach, 1712 Öhringen - 1776 Bruchsal.

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Hochbedeutendes Zylinderbureau von Johann Wolfgang Elias Weinsprach, 1712 Öhringen - 1776 Bruchsal.

Das sanft geschwungene Zylinderbureau-Unterteil steht auf vier grazil konvex-konkav geschwungenen Beinen. Der Fußkasten ist ausladend geschweift und wie das gesamte Möbel mit einer harmonischen Profilleiste verziert. Seine Mittelschublade wird rechts und links von zwei übereinander liegenden kleinen Schubladen flankiert. Ein raffinierter Mechanismus erlaubt erst durch das Herausziehen dieser Mittelschublade das weitere Öffnen der kleinen Seitenschubladen. Die weit überstehende Schreibplatte ist passiv gebogt. Durch Herausziehen der Schreibplatte wird die rundgewölbte Schiebeklappe des Zylinders automatisch nach hinten geschoben und verbogen. Hinter der Zylinderwölbung öffnet sich das Innenleben mit drei Fächern und fünf Schüben, auf geknickt-geschwungenem Grundriss. Die herausziehbare Briefablage verbirgt in ihrem Boden feinsinnige Geheimfächer. Das rechts und links die Mittelschublade flankierende pilasterförmige Rollwerk, beidseitig herausnehmbar, verschleiert jeweils ein geheimes Fach. Das Zylinderbureau hat eine flache obere Ablage. Die reizvoll durchbrochene Galerie mit sieben vasenförmigen Balustradenbekrönungen wird von einer Profilleisten mit Volutenenden abgeschlossen. Das exzeptionelle Möbel ist aufwendig mit fein gemaserter Marketerie verziert. Ausgesuchte Hölzer verwendet der Ebenist wie Nussbaum, Zwetschge, Birne, Ahorn, Buchsbaum und anderes oder auch Mooreiche für die schmalen Bandeinlagen. Meisterlich wird der unterschiedlichen Furniermaserung und -Färbung erzielt. Bestechend die geometrische Furnierarbeit, die als quasi architektonische Rahmung das gesamte Möbel prägt. Paralelle Streifen und markantes Rautenmuster werden von den prägnanten Holzmaserungen gebildet. Die Bildfelder der Schubladen und des Rollzylinders sind von Linienumrahmungen eingefasst. Die Felder sind mit reicher Landschafts- und Architekturdarstellung geschmückt und auf dem Zylinder von feinster Ornamentik umwoben. Die Kommodenseiten zeigen im Unterteil geometrisches Rautenmuster mit strenger Linienumrahmung, an den oberen Zylinderwangen das typische Gittermuster mit den aufgesetzten Klötzchen in geschweifter Rahmung. Die Ablagefläche wird geschmückt von zwei rechteckigen Feldern mit Gittermuster und den aufgesetzten Klötzchen umsponnen von Rollwerk. Die Themenwelt der Marketerie schildert ländliche Szenen im Kommodenunterteil und höfisches Treiben im Schreibaufsatz. Die Bildfeder der unteren Schubladen zeigt das gesellschaftliche Leben auf dem Lande, auf einem bäuerlichen Anwesen, in einer Stube oder beim Tanzen. Das längsgestreckte Feld der Mittelschublade ziert eine Dorfansicht und erzählt von der Arbeit der Bauern. Den leicht geschweiften Rahmen des Schreibzylinders dekoriert neben geometrischem Furnierbild auch ein geschwungenes Furnierband, gefüllt mit Rautenwerk und zarten Blüten an den Kreuzungspunkten. Dessen zentrales Mittelfeld birgt die perspektivische Ansicht einer Schlossanlage mit Park. Der Gewölberollzylinder ist vorzüglich mit herausragender farbiger Intarsienarbeit geschmückt. Bandelwerk, Rocaillen, Rollwerk, Muscheln, Rauten und Blütenmuster, Blumenbouquet in Muschelschalen, flatternde Schmetterlinge, Blumensträuße, Lilien- und Bandeinlagen, sind nur einige der bezaubernden Ornamente. Die figürlich staffierte Mittelszene entführt in einen architektonisch reich gestalteten gewölbten Schloss-Saal, dessen perspektivischer Mittelpunkt im Ausblick aus einem Fenster in die weite Landschaft mit einer Stadtansicht gipfelt. Die Architektur der Saaldarstellung verschmilzt mit dem rahmenden Ornament. Ein Höhepunkt des auf räumliche Tiefe angelegten Spiels mit den unterschiedlichsten Holzarten. Die Schubladen des Innenlebens sind stilisierten Akanthusranken verziert. Das eigenartig Miteinander von höfischer Szenerie und ländlichem Leben prägte zum jener Zeit die höfische Kultur und sind auf Gestaltungsprinzipien der Gartenkultur zurückzuführen. Prägnant ist die Darstellung eines Schlosses mit Park im Mittelfeld der Rahmung des zylindrischen Schreibaufsatzes. Die stilisierte Anlage lässt den Betrachter an Schloss Pommersfelden denken, Sitz des Fürstbischofs Damian Hugo von Schönborn. Als Meister dieses außergewöhnlichen Zylinderbureaus darf Johann Wolfgang Elias Weinsprach, der Hofschreiner des Fürstbischofs von Speyer, des Kardinals Franz Christoph von Hutten genannt werden. Der Sohn des Hofschreiners Johann Andreas Weinsprach heiratete am 1. Juli 1743 in Amorbach. Er wird als maßgeblich Mitwirkender an der Neueinrichtung an der dortigen Stiftskirche angesehen. Von dort scheint er durch die Mainzisch-Würzburgerischen Hofkünstler nach Bruchsal empfohlen worden zu sein. Zwei außergewöhnlich prachtvolle Prunkschränke aus Schloss Bruchsal mit reichhaltigen und farbigen Marketerien gelten als seine Meisterwerke. Beide sind durch Namenszug und Wappen dezidiert für Franz Christoph von Hutten in Auftrag gegeben worden. H.: 115 cm. B.: 113 cm. T.: 60 cm. Deutschland, 1765.

Katalogpreis € 300.000 - 360.000 Katalogpreis€ 300.000 - 360.000  $ 297,000 - 356,400
£ 270,000 - 324,000
元 2,106,000 - 2,527,200
₽ 18,210,000 - 21,852,000

Dieses Objekt wurde mit dem Datenbestand des Art Loss Registers individuell abgeglichen und ist dort weder als gestohlen, noch als vermisst registriert.

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