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Detailabbildung: Hausaltar aus einer Schlosskapelle mit gotischen Reliefschnitzereien und gemalten Heiligendarstellungen

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Hausaltar aus einer Schlosskapelle mit gotischen Reliefschnitzereien und gemalten Heiligendarstellungen
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206
Hausaltar aus einer Schlosskapelle mit
gotischen Reliefschnitzereien und gemalten Heiligendarstellungen

Höhe: 101 cm.
Breite: 82 cm.
Tiefe: 15 cm.
Die Reliefschnitzereien sind einem mittelrheinischen Meister um 1520/30 zuzuordnen, die äußeren Tafelgemälde eine spätere Zutat der ersten Hälfte des
17. Jahrhunderts. Der Altaraufbau später.

Katalogpreis € 60.000 - 80.000 Katalogpreis€ 60.000 - 80.000  $ 59,400 - 79,200
£ 54,000 - 72,000
元 421,200 - 561,600
₽ 3,642,000 - 4,856,000

Der die Schnitzbilder und Tafelmalereien vereinigende Altar zeigt sich im Stil der Spätgotik um 1500, im dreiteiligen Aufbau: eingezogene Sockelpartie mit seitlichen Kämpferwangen, auf angetrepptem Profilsockel. Darüber querrechteckiger Teil, mittig risalitartig vorgezogen, mit zwei schwenkbaren Flügeln, die auf der geschlossenen Außenseite vier Heiligenfiguren in Öl auf Holz wiedergeben, im geöffneten Zustand eine geschnitzte Anbetungsszene sowie die in zwei Flügeln befindlichen Figuren der Verkündigung Mariens. Oberer Abschluss in Form eines hohen Gesimes, waagerecht geschlossen, mittig entsprechend risalitartig hervortretend, wie der gesamte Altaraufbau mit feinem durchbrochen geschnitztem Maßwerk dekoriert, mit Rosetten- und Flammeboyant-Maßwerkdekor. Im Zentrum ein Reliefmedaillon mit Messkelch und Hostie. Das Gebälg seitlich getragen von zwei freistehenden, gedrehten und floral beschnitzten Rundsäulen, daran Schuppenmotiv, hochziehendes Blattwerk, Blattkapitelle und achtkantige Maßwerkstücke. Aufbau insgesamt vergoldet, die Maßwerkdurchbrechungen unterlegt von grüner Farbtönung. Im zentralen Sockelfeld Schnitzrelief mit Darstellung der Büsten der Heiligen Petrus und Paulus, die das Schweißtuch der Veronika vorzeigen, das Christushaupt darin im Relief geschnitzt. Im geschlossenen Zustand zeigt der Altar vier hochformatige Tafelgemälde mit Darstellung der Heiligen: Christoph, Conrad, Barbara sowie Leonhard. Jeweils stehend dargestellt, die beiden mittleren Tafeln etwas breiter. Sämtliche Tafeln einheitlich in der Unterzone mit Scheinkassetten bemalt, darin symmetrische Blattornamentik mit volutierten Akanthusblättern. Oberhalb der gemalten Kassetten perspektivische Standflächen, darauf die Gewandfiguren der Heiligen. Oberhalb der figürlichen Darstellung bekrönender Abschluss durch entsprechende Akanthusblattdekorationen, die in Form verschlungener Blätter bogenartig die Figuren überdachen. Darunter die Bezeichnungsaufschriften der Heiligen: „S. CHRISTOF“. Der Heilige mit nackten Beinen und rotem Umhang stehend, in der Hand einen Beutel, über seinem bärtigem Haupt das Jesuskind tragend, in der linken Hand hält er einen Baumstamm. Gefolgt von: „S. CONRATVS“. Der Heilige in weißem Bischofsgewand stehend mit grünem Überkleid, mit Mitra und Stab sowie einem Kelch. Ferner „S. BARBARA“. Die Heilige nach links stehend, mit ihren Attributen Kelch und Märtyrerpalme. Weiterhin: „S. LIENHARDVS“. Der Heilige in dunklem Mönchsgewand mit weißem Kragen, einen Abtstab sowie die Kette mit Schlössern haltend. Im geöffneten Zustand zeigt das Altarzentrum eine geschnitzte und gefasste Hochreliefszene „Anbetung des Kindes in Bethlehem“. Maria und Josef zu Seiten der Krippe kniend, im Hintergrund ein Gebäude mit romanischen Biforienfenstern und Andeutung von Steinquadern mit Strohdach. Im Zentrum das Kind in einem Krippenkorb liegend, auf ein Tuch gebettet, umgeben von geflügelten, kindlich wiedergegebenen Putten. Am linken Darstellungsrand im Rücken der Maria hölzerner Futtertrog mit Ochse und Esel, am rechten Darstellungsrand perspektivisch in die Tiefe geführtes Quadermauerwerk, darin rundbogige Höhlung mit einer in die Szene hereinblickenden Büste eines Hirten. Eine weitere Hirtenbüste im Hintergrund zwischen Maria und Josef. Rechts oben zwischen den Gebäudeteilen Ausblick in eine Wiesenlandschaft mit Hirten und Schafen sowie fliegendem Engel der Botschaft. Die Seitenflügel zeigen applizierte Schnitzreliefs der Verkündigungsszene: links die an einem Betpult kniende Maria mit über der Brust verkreuzten Händen unter einem Baldachin, im Hintergrund ein gotisches Fenster, oben abgeschlossen durch eine Zinnenleiste. Im rechten Flügel der Verkündigungsengel, nach rechts gewandt (die beiden Relieffiguren falsch montiert), mit erhobener rechter Hand, in der linken Hand ein Lilienstängel (Blüten fehlen). Die Falten des Mantels in großem Zug über die Figur geführt, in wirkungsvoller ornamentaler Auffassung. Die drei Reliefszenen gefasst, bemalt und teilvergoldet. Jeweils in der Einpassung in das Altargehäuse mit Maßwerk bekrönt. Von besonderem Reiz ist die genrehaft wiedergegebene Geburtsszene, mit den drolligen Putten, den aus den Fenstern hereinblickenden Hirtenfiguren aber auch der Laterne, die Josef in der Hand hält. Die Schnitzereien von hoher Qualität, was sich auch in den seitlichen Verkündigungsreliefs ausdrückt. Der Altaraufbau in äußerster Eleganz und passender Entsprechung gefertigt.

Literatur:
Zum Stilvergleich siehe:
Hubert Wilm: Die gotische Holzfigur. Leipzig, 1923, Abb. S. 117, ganzseitige Tafel (Flämischer Meister um 1530, Anbetung der Heiligen Drei Könige, Den Haag). Das dort abgebildete Schnitzrelief zeigt sich äußerst stilverwandt, wenn nicht stilidentisch mit den Reliefs des Hausaltares. (7200779)

Dieses Objekt wurde mit dem Datenbestand des Art Loss Registers individuell abgeglichen und ist dort weder als gestohlen, noch als vermisst registriert.

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