Friday, 21 September 2007

Auction Paintings

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Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER

Lot 412 / Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER

Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER Detailabbildung: Gerrit Dou 1613 - 1675 KÖCHIN AM FENSTER

412
Gerrit Dou
1613 - 1675
KÖCHIN AM FENSTER

Rundbogig komponiertes Ölbild mit Darstellung einer jungen Küchenmagd, die in einem steinernen, rundbogigen Fensterrahmen steht. Sie ist trägt einen dunklen Rock, rotes Miederwams über weissem Hemd, das an der Brust leicht geöffnet ist. Das blondbraune Haar ist zurückgekämmt und mit einem Band zusammengehalten. In leicht vorgebeugter Haltung ist sie damit beschäftigt, einen Fisch aus dem vor ihr auf der Brüstung stehenden Fischkorb zu nehmen. Links daneben ein Bronzemörser, rechts ein großer Kohlkopf, ein Möhrenbund und eine Kupferkanne. Am Fensterrahmen aufgehängt ein Huhn sowie ein Eierkorb. Der Fenstereinblick zeigt ein Interieur mit Wandschrank, Türe und grünen Vorhängen. Rechts neben dem Mädchen, leicht dahinter stehend, ein Knabe mit violettem Wams und Barett, dem Mädchen einen erlegten Hasen entgegenhaltend. Der steinerne Fensterrahmen in Art dunklen Sandsteins wiedergegeben, mit Innenprofil und einem Renaissancerelief unterhalb der Brüstung. Das Relief zeigt eine nackte Mädchengestalt mittig zwischen Akanthusranken sitzend, seitlich flankiert von Puttengestalten. Wie in der Holländischen Malerei der Zeit üblich, ist das Bild nicht ohne erotische Anspielungen zu verstehen. Der Fisch in der Hand, aber auch Hase und Hahn, aber auch Kohl und Möhre – galten als Symbole dieses Verständnisses. Diesbezüglich ist der Blick des Mädchens aus dem Fenster zu deuten, der offensichtlich einer männlichen Person gilt – in diesem Falle wohl dem Jäger, von dem der soeben erlegte Hase stammt.

Catalogue price € 60.000 - 80.000

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Öl auf Eichenholz.
33 x 24 cm.
Monogrammsignatur und Datierung „G.DOV 1652“ am Fensterbrüstungsrahmen.

Anmerkung:
Eine nahezu identische, nur in wenigen Details abweichende Parallelfassung des Bildes befindet sich in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Inventar Nr. 266, ausgestellt Raum 21. Abgebildet im „Katalog Alte Meister – Bildband“, Bearb. v. Jan Lauts, Karlsruhe 1966, S. 340, Abb. Nr. 266, betitelt „Köchin am Fenster“. Unser zur Aktion kommendes Bild wurde in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe vorgelegt, und nach Nebeneinanderstellung mit dem dort befindlichen Bild durch den dortigen Konservator laut Schreiben vom 26. Juli 1985 als des Malers „Dous beide Ausführungen derselben Komposition.“ als von der Hand des Malers eingestuft, mit „Gratulation zur Erwerbung“. Die damals noch vom Museum erwartete materialtechnische (dendrochronologische) Untersuchung, sowohl des Museumsbildes als auch des vorliegenden Gemäldes, erbrachte ein positives Ergebnis. Demnach entstammen die Holzplatten sowohl des in der Kunsthalle Karlsruhe befindlichen als auch unseres Bildes „aus demselben Baum“, genauer formuliert (Zitat aus dem „Bericht über die dendrochronologische Untersuchung an zwei Bildtafeln“ vom 23.07.1985): „Somit erhalten wir ein frühestes Fälldatum von 1618 für die Tafel aus Karlsruhe und 1615 für die Tafel aus Privatbesitz. Beide Tafeln sind aus Eichenholz gearbeitet und besitzen die gleichen Maße. Bei der Tafel aus Karlsruhe ließen sich 141 Jahrringe messen und bei der anderen Tafel 123 Jahrringe. Beide Jahrringskurven konnten dendrochronologisch datiert werden und zwar zwischen 1605 und 1465 für die Tafel der Kunsthalle und zwischen 1602 und 1480 für die Tafel aus Privatbesitz. Da beide Tafeln kein Splintholz enthalten, ist es für die Berechnung des Fälldatums der Bäume notwendig, noch eine Mindestanzahl von Splintholzjahrringen hinzuzählen. Diese Anzahl ist neben dem Alter des Baumes weiterhin noch sehr abhängig von der Wachstumsregion. Da das Holz,
das für beide Tafeln verwendet wurde, der Wachstumsregion Polen/Litauen
zuzuordnen ist und somit wie der größte Teil des Holzes für Bildtafeln in die Niederlande importiert wurde, ist von einem Splintholzanteil zwischen 13 und 19 Jahren auszugehen. Somit erhalten wir ein frühestes Fälldatum von 1618 für die Tafeln aus Karlsruhe und 1615 für die Tafel aus Privatbesitz. Damit lässt sich im Hinblick auf die angegebene Entstehungszeit der Gemälde nur feststellen, dass das Holz aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt. Eine weitere Präzisierung ist nicht möglich.“ (vgl. Schreiben der Universität Hamburg). Dem Gemälde sind das Schreiben von der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, vom 26. Juli 1985 sowie der hier auszugsweise wiedergegebene Bericht über die dendrochronologische Untersuchung von Dr. P. Klein, Universität Hamburg, vom 29.7.1985 beigegeben.

Literatur:
Vgl.: Jan Lauts: Katalog alter Meister bis 1800, Karslruhe 1966, S. 340, Abb.266. Vgl.: Gerard Baer, Ronni, Arthur K. Wheelock. Gerrit Dou 1613-1675, Den Haag 2000. Vgl.: Arthur Wheelock, Baer, Ronni-Annetje Boersma: Gerrit Dou – Master Painter in the age of Rembrandt, National Gallery of Art – Yale University Press 2000. (672201)

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.