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Thursday, 30 June 2016

16th - 18th century paintings

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Francesco Furini, 1603 Florenz – 1646, zug.

Lot 739 / Francesco Furini, 1603 Florenz – 1646, zug.

Detailabbildung: Francesco Furini, 1603 Florenz – 1646, zug. Detailabbildung: Francesco Furini, 1603 Florenz – 1646, zug. Detailabbildung: Francesco Furini, 1603 Florenz – 1646, zug.

739
Francesco Furini,
1603 Florenz – 1646, zug.

ALLEGORIE DER MÄSSIGUNG, DIE DEN TOD ÜBERWINDET oder DER STAB BEKOMMT SEINE ZAUBERKRÄFTE Öl auf Leinwand. Doubliert.
123 x 97 cm.

Catalogue price € 25.000 - 35.000

 

Francesco Furini war der Sohn des Malers Filippo Sciamerone, der heute kaum bekannt ist. Seine künstlerische Ausbildung erhielt Furini in den Werkstätten von Passignano (1558 - 1638), Cristofano Allori (1577 - 1621) und Giovanni Biliverti (1585 - 1644). Mit 16 Jahren ging er nach Rom, um dort seine Lehrjahre im Atelier von Bartolomeo Manfredi (um 1580 - um 1620) abzuschließen. Danach kehrte er nach Florenz zurück, wo er im Laufe der nächsten zwanzig Jahre zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der dortigen Kunstszene aufstieg. Das vorliegende Gemälde veranschaulicht Furinis brillante Erfindungsgabe, besonders bei der Gestaltung seiner Allegorien.
Das hier vorliegende Werk kann auf zweierlei Weise interpretiert werden: zum einen könnte die Hauptfigur die „Temperanza“, die Mäßigung, darstellen, eine der vier Kardinaltugenden, die dabei ist, Wasser aus einem Krug (eines ihrer Hauptattribute) über ein glühendes Schwert zu gießen. Gemäß der Ikonographie von Cesare Ripa wird die „Temperanza“ als anmutiges junges Mädchen mit einem goldenen Mantel dargestellt. Vor ihr steht eine Frau, von hinten zu sehen, die nur ein durchsichtiges Tuch um die Hüften geschlungen trägt und in der linken Hand symbolisch die Waffe des Todes hält. Zum anderen kann die Darstellung auch im magischen Sinne interpretiert werden, da zwischen den beiden weiblichen Figuren ein Stab zu sehen ist, der die Macht der vier Elemente symbolisieren könnte: das Schwert stünde so für das Element Luft, dessen glühende Spitze für das Feuer, der Krug für das Wasser und das silberne Becken für die Erde.
Furini malte noch zwei weitere Versionen gleichen Motivs, beide mit ebenfalls komplex gestalteten Allegorien, die der Vorliegenden stark ähneln. Eine davon befindet sich im Museo de Arte in Ponce, Puerto Rico, die andere in der Sammlung Bignongiari in Florenz. Genau wie diese beiden besitzt auch das vorliegende Werk Ähnlichkeiten mit verschiedenen anderen Meisterwerken dieses großen florentinischen Meisters. Aufgrund seiner kompositorischen Grundidee erinnert es stark an „Malerei und Poesie“ und an „Judith mit dem Kopf des Holofernes“, beide zu sehen in der Galleria Palatina in Florenz, oder an „Lot und seine Töchter“ im Prado in Madrid. Besonders die Aktdarstellung der Frauenfigur erinnert an weitere Bravourstücke dieses Künstlers, wie zum Beispiel die Nymphe in der Bildmitte der Darstellung von „Hylas und die Nymphen“ in der Galleria Palatina, die Figur auf der linken Seite der „Drei Grazien“ in der Sankt Petersburger Hermitage, sowie die Figur bei der erwähnten Fassung von „Lot und seine Töchter“ im Prado. Das Gesicht des Halbaktes erinnert stark an andere weibliche Hauptfiguren in Furinis Werken, wie zum Beispiel an die „Judith“ in der Sammlung der Cassa di Risparmio di Firenze, die „Grazia“ im Mittelpunkt des Gemäldes in der Hermitage, die Dienerin der berühmten Darstellung von „Judith mit dem Kopf des Holofernes“ aus einer florentiner Privatsammlung sowie an die Mägde in der Bildmitte um „Rachel“ während der Geburt (Parto di Rachele, Staatsgalerie Schleissheim).

Literatur:
Vgl. Census of Pre-Nineteenth-Century Italian Paintings in North American Public Collections, B. B. Fredericksen (Hrsg.), F. Zeri, Harvard 1972, S. 76.
Vgl. P. Bigongiari, Il Seicento fiorentino, Florenz 1982, S. XII.
Vgl. G. Cantelli, Repertorio della pittura fiorentina del Seicento, Florenz 1983, S. 89 und 434.
Vgl. S. Bellesi, Diavolerie, magie e incantesimi nella pittura barocca fiorentina, Florenz 1997.
Vgl. F. Baldassari, La collezione Piero e Elena Bigongiari, Mailand 2004, S. 130-131. (1060519) (21)


Francesco Furini,
1603 Florence - 1646, attributed

THE ALLEGORY OF TEMPERANCE CONQUERING DEATH or THE WAND RECEIVING ITS MAGIC POWERS

Oil on canvas. Relined.
123 x 97 cm.

Furini painted two further versions of the same subject, both are also allegories with a complex design and very similar to the present painting. One of these is held at the Museo de Arte de Ponce in Puerto Rico; the other is at the Bigongiari Collection in Florence.

Literature:
B. B. Fredericksen and F. Zeri, Census of Pre-Nineteenth-Century Italian Paintings in North American Public Collections, Harvard 1972, p. 76. P. Bigongiari, Il Seicento fiorentino, Florence 1982, p. XII. G. Cantelli, Repertorio della pittura fiorentina del Seicento, Florence 1983, pp. 89, 434. S. Bellesi, Diavolerie, magie e incantesimi nella pittura barocca fiorentina, Florence 1997. F. Baldassari, La collezione Piero ed Elena Bigongiari, Milan 2004, pp. 130-131.

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