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Wednesday, 25 March 2015

Sculpture and Works of Art

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Elfenbeinschnitzer in der Stilnachfolge der italienischen Bildhauerschule des Benvenuto Cellini
Detailabbildung: Elfenbeinschnitzer in der Stilnachfolge der italienischen Bildhauerschule des Benvenuto Cellini
Detailabbildung: Elfenbeinschnitzer in der Stilnachfolge der italienischen Bildhauerschule des Benvenuto Cellini
Detail images:  Elfenbeinschnitzer in der Stilnachfolge der italienischen Bildhauerschule des Benvenuto Cellini

Lot 213 / Elfenbeinschnitzer in der Stilnachfolge der italienischen Bildhauerschule des Benvenuto Cellini

Detail images: Elfenbeinschnitzer in der Stilnachfolge der italienischen Bildhauerschule des Benvenuto Cellini Detail images: Elfenbeinschnitzer in der Stilnachfolge der italienischen Bildhauerschule des Benvenuto Cellini

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Elfenbeinschnitzer in der Stilnachfolge der italienischen Bildhauerschule des Benvenuto Cellini

CORPUS CHRISTI Höhe: 28,6 cm.
Breite: 25,4 cm.
Tiefe: 5 cm.

Catalogue price € 35.000 - 45.000 Catalogue price€ 35.000 - 45.000  $ 39,900 - 51,299
£ 31,150 - 40,050
元 273,350 - 351,450
₽ 2,506,350 - 3,222,450

 

Elfenbein, geschnitzt, in gefütterter Aufbewahrungsschatulle. Vorgeführt im Dreinageltypus mit leicht nach rechts abgewinkelten, schlanken Beinen. Der ebenso schlank ausgebildete Oberkörper verläuft gerade, die Arme seitwärts in nur schwachem Winkel angehoben. Das Haupt nach links geneigt mit halb geschlossenen Lidern, leicht geöffnetem Mund und dem Ausdruck des erlittenen Todes. Demgemäß die fein gearbeitete Seitenwunde mit etlichen in leichtem Relief erhabenen, nach unten rinnenden Blutstropfen. Das Lendentuch durch einen an der rechten Hüfte sichtbaren Strick gebunden und zwischen den Beinen stark einziehend. Es ist mit breiteren und schmaleren Faltenlagen äußerst fein unterschnitten, sodass sich einige Tuchwandpartien dünnwandig aufwerfen. An der rechten Körperseite zieht das Tuch in leichtem Bausch, jedoch ebenfalls stark unterschnitten nach unten, an der Rückseite setzt sich die Umwickelung des Tuchs fort. Auch die Rückenpartie ist hier anatomisch äußerst fein und exakt sowie naturalistisch ausgeführt. Die nach vorne geöffneten und mit Nagellochungen versehenen Hände zeigen nach innen eingekrümmte Finger, von denen insgesamt fünf Fingerspitzen fehlen. Entsprechend exakt und fein naturalistisch sind auch Knöchel, Füße und Zehen ausgeführt. Besonderes Augenmerk gilt jedoch dem Gesichtsausdruck, wobei das Gesicht schlank und in edler Schönheit vorgeführt wird. Der leblose, leicht geöffnete Mund wird gerahmt von einem fein geschnitzten Lippenbart, am Kinn ziehen die kurzen Bartlocken paarig herab. Das Haar zeigt in der Kalotte eine Mittelscheitellung, an der rechten Schläfe eine in freiem Wellenschwung zur Schulter herabziehende, unterschnittene Locke, deren Wellung in größeren Schwüngen an der Stirn ansetzt und an der Schulter in kleinen Locken endet. Die gegenüberliegende, kürzere Schläfenlocke zieht die Wange bis zur Hälfte des Ohres herab, die weiteren welligen Haare werden an der Halsrückseite zusammengeführt. Der scharf und äußerst schön gearbeitete Augenschnitt ist wohl eines der auffälligsten, qualitativen Merkmale der Darstellung überhaupt. Das qualitativ hochwertige Elfenbein-Schnitzwerk wurde in der Forschung bereits diskutiert. Erstmals publiziert von dem Florentiner Experten für Bildhauerei, Prof. Alessandro Parronchi, der die Figur stilistisch in Zusammenhang bringt mit dem sehr viel früheren Wachskruzifix von Benvenuto Cellini, das als Modell für den bedeutenden Corpus Christi gedient hat, der sich im Escorial in Madrid befindet. Bereits dieses Wachsmodell hat einige offene Fragen gestellt, da dort bereits stilistische Annäherungen zu Giambologna festzustellen waren. Auch die übrigen Kruzifixmodelle Cellinis, die ab den 1560er Jahren entstanden, wurden hier als Vergleichswerke in Diskussion gestellt. In der wissenschaftlichen Diskussion wurde besonders der in Italien wirkende, flämische Bildhauer Nicolas Mostaert (tätig 1578 - um 1604) mit dem vorliegenden Werk in Verbindung gebracht. Mostaert war in Italien bekannt als Niccolo Pippi d'Arras. Aus seiner Hand stammt etwa die bedeutende „Kreuzabnahme“ in Rom, die um 1580 entstand, er wirkte außerdem auch am Denkmal für Papst Pius V in der Sixtinischen Kapelle der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom mit. Die zwei oder drei Elfenbein-Reliefs mit Darstellung der Kreuzabnahme schuf Mostaert nach Wachsmodellen von Daniele da Volterra (Bargello, Florenz). So kommt der Autor des Artikels über den hier vorliegenden Corpus Christi zu dem naheliegenden Schluss, dass sich der Künstler weniger an Michelangelo, sondern viel mehr an den Werken von Cellini orientiert hat. Die Feinheit und feingliedrige Wiedergabe des Körpers steht demgemäß ganz im Gegensatz zur im Barock dann kräftigeren Körperauffassung, wie sie von Michelangelo vorbereitet war.

Literatur:
Charles Avery, Follower of Benvenuto Cellini (1500 Florenz - 1571) mit Verweis auf Nicolas Mostaert (um 1578 - um 1604).
A. Parronchi, ''Un Crocifisso d'avorio di arte Celliniana'', Antichità viva, Bd. 35, 4, 1996, S. 8 - 13. (1002331)


Ivory carver in the manner of the Italian Sculpture School of Benvenuto Cellini

CORPUS CHRISTI

Height: 28.6 cm.
Width: 25.4 cm.
Depth: 5 cm.

Carved ivory in lined storage box.

Literature:
Charles Avery, Follower of Benvenuto Cellini (1500 Florence – 1571), with reference to Nicolas Mostaert (circa 1578 – circa 1604).
A. Parronchi, “Un Crocifisso d'avorio di arte Celliniana”, Antichità viva, vol. 35, 4, 1996, pp. 8-13.

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