Friday, 24 June 2005

Auction June Auction Part I.

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Detailabbildung: Bedeutendes Antwerpener Kabinettmöbel des 17. Jahrhunderts

Lot 253 / Bedeutendes Antwerpener Kabinettmöbel des 17. Jahrhunderts

253
Bedeutendes Antwerpener Kabinettmöbel
des 17. Jahrhunderts

Auf sieben kleinen, gequetschten Kugelfüßen stehender Unterbau. Die balusterförmigen ebonisierten Säulen mit würfelförmigem Zwischenstück. Alle Beine sind durch rechteckige Querverstrebungen mit furnierten Feldern verbunden. Unterhalb der Zarge symmetrisch angeordnete, geschneckte Blattwerke, die vergoldet sind, sowie ein zentraler gedrechselter Zapfen. Darüber befinden sich zwei Schubladen, die mit Schildpatt-Buckeln belegt sind so wie der Körper des gesamten Möbels. Umrandet werden diese Buckelungen durch getriebene und vergoldete Metallapplikationen in Rankenform mit Blüten. Der obere Aufbau des Möbels dominiert durch zwei zentrale Türen, die mit Schildpatt getriebenen sowie vergoldeten Metallapplikationen verziert sind. Oberhalb der Türfüllungen befinden sich Querovale aus Schildpatt, die flankiert werden von bronzenen Delphinen. Seitlich sind übereinander fünf Schubladen angebracht, deren Schildpattkartuschen jeweils von Löwen gehalten werden. Auch diese getrieben in unterschiedlicher Ausarbeitung. Im oberen Bereich der große, getriebene und vergoldete Metallbeschlag einer Kartusche, die von Cherubinen gehalten wird. Seitlich weitere Putten, mit Fruchtkranzgebinden. Als Abschluss zwei große Meeresungeheuer aus vergoldeter Bronze. Auf den beiden gesprengten Giebeln zwei liegende weibliche Allegorien mit Früchtehörnern. Als Abschluss des Möbels ist eine Galerie aufgebaut, die jeweils seitlich zehn vergoldete Bronzesäulen trägt, die das Balustradengesims abstützen. Als Abschluss acht Vasen. Die zentrale Plakette gibt die Darstellung einer zweischwänzigen Meerjungfrau mit Muschel wieder, überragt von einem fliegenden Merkur. Das Innere des Kabinettmöbels: die Türen sind von innen parkettiert mit Hölzern, ebonisierten Flächen und Filetstreifen. Der Innenraum zeigt einen parkettierten Boden aus Bein und Hölzern. Acht Säulen, blau bzw. grün emailliert mit vergoldeten Kapitellen und Aufsätzen. Die Wände ringsum verspiegelt. Im Zentrum ein Stufenabsatz mit einer angedeuteten Rundbogentür und neun Email-Medaillons. Seitlich vier übereinander gestellte Schubladen jeweils blau-weiss emailliert. Die Decke dieses kleinen Raumes ebenso parkettiert wie die Innenseiten der Türen. Über diesem Kabinettausschnitt eine sehr große Schublade. Schlösser und ein Schlüssel vorhanden. Eichenholzkörper, Ebenholz, Schildpatt, Rosenholz, Beschläge aus gehämmertem Kupfer. Der Kabinettschrank steht auf dem Originalsockel, von diesem ist er abnehmbar. Rest. und erg.
H.: 200 cm., mit dem Merkuraufsatz: 215 cm.
B.: 169 cm. T.: 52 cm.
Antwerpen, 17. Jhdt.

Catalogue price € 190.000 - 230.000

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Literatur:
Für ein Antwerpener Kabinettschrank mit Schildpattbelegung vgl.: Margit Bauer / Anneliese Ohm: Europäische Möbel von der Gotik bis zum Jugendstil, Museum für Kunsthandwerk, Frankfurt am Main, Frankfurt 1976, S. 52, Katalognummer 85.
Fabri Ria, De 17de eeuwse Antwerpse kunstkast. Typoligische en historische aspecten, Brussel, 1991. Fabri Ria, Zuidnederlandse pronkmeubels. 16de-18de eeuw, (tentoonstelling cat.), Brussel, 1989. Fabri Ria, Meubelen. 2 Kunstkasten (Kon. Musea voor Kunst en Geschiedenis. Museumgids), Brussel, 1981.
Provenienz: Besitzerin des Schrankes war die Gräfin Edith le Grelle (geboren: 27.7.1896 in Pulle, gestorben: 17.12.1991 (Basel)). Die Erben verkaufen den Kabinettschrank an einen niederländischen Kunsthändler, der diesen an den jetzigen Besitzer weiterverkaufte. (580257)

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