Friday, 26 June 2009

Auction Sculpture and Works of Art

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Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug.
Detailabbildung: Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug.
Detailabbildung: Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug.
Detailabbildung: Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug.
Detailabbildung: Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug.
Detail images:  Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug.

Lot 725 / Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug.

Detail images: Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug. Detail images: Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug. Detail images: Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug. Detail images: Antonio Rossellino, 1427 - 1479, zug.

725
Antonio Rossellino,
1427 - 1479, zug.

ÄDIKULA-RELIEF
65 x 45 cm.

Catalogue price € 45.000 - 50.000 Catalogue price€ 45.000 - 50.000  $ 50,849 - 56,499
£ 38,250 - 42,500
元 341,100 - 379,000
₽ 3,264,300 - 3,627,000

 

Darstellung von Maria mit dem Kind in plastisch leicht vortretender Renaissance-Rahmung. Die seitlichen Pilaster zeigen den Stil der Frührenaissance-Dekoration. Oberer Abschluss durch Kymationfries und Segmentbogen. Äußere Einfassung durch Holzrahmung, in der das Stuckrelief vertieft eingesetzt ist. Polychrom bemalt, auf Kreidefassung. Alte, originale, eisengeschmiedete Ringaufhängung. Die reliefplastische Darstellung ist farbig so gefasst, dass sich im Rahmenausschnitt ein gemalter landschaftlicher Hintergrund ergibt. Im oberen Bereich des Himmels, wiederum im Relief eingebracht, eine zu den oberen Ecken hinziehende Girlande. Die farblichen Akzente beschränken sich im Wesentlichen auf das abgedunkelte Blau im Mantel der Madonna sowie das Rot im Ärmelkleid. Dem gegenüber wirkt als Gegengewicht das feine Inkarnat der Jesusfigur und des Madonnengesichtes. Die inneren Randbegrenzungen des Rahmens in Rot bilden einen ebenson wirkungsvollen Kontrast zum Blau im Tiefengrund der ornamentierten Pilaster. Die Gesamtkomposition wird betont durch Vergoldung wesentlicher architektonischer und bedeutungsgebender Elemente wie Kapitelle, Vasen und einige Blüten auf den Pilastern, der Thronsessel, der Bortenschmuck der Kleider und vor allem die Nimben der Figuren. Gegenüber der Farbigkeit des Reliefs ist der untere Querrand mit Flechtbandornamentik und einer wappenähnlichen Agraffe im Zentrum des unteren Querprofils zurückhaltend bräunlich gefärbt. Die Außenrahmung in Holz, mit geschnittenen Frontprofilen, ist original erhalten, ebenso die jeweils zwei kleinen eisernen Ösen beiderseits, die als Scharniere für die Tür gedacht waren, die als Schutzabdeckung für das Relief gedient haben. Altersentsprechend weist der äußere Holzrahmen ehemaligen Wurmbefall auf. Die Erhaltung ist insgesamt trotz des hohen Alters als sehr gut zu bezeichnen, eine Restaurierung hat die Farbstimmungen eingetönt und behutsam behandelt.

Anmerkung:
Die Zuschreibung erfolgte mündlich durch Prof. Giancarlo Gentilini.
Die Zuschreibung an Rossellino erhärtet sich im Vergleich mit den in der Literatur gezeigten Beispielen, bei denen das Kind jedoch stets in Sitzhaltung wiedergegeben ist. Allerdings verweist die unten genannte Literatur auch auf ein Bildbeispiel im Bereich der Ölgemälde von Maestro di San Miniato, Madonna col Bambino e San Giovannino (London, Courtauld Institute Galleries), auf dem das Kind in vergleichbarer Weise stehend zu sehen ist.

Literatur:
Moretti, Dal Rilievo alla Pittura/ La Madonna delle Candelabre di Antonio Rossellino, hrsg. von Giancarlo Gentilini bei Edizioni Polistampa 2008, S. 11 - 24. (740413)

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