Tuesday, 19 June 2012

Auction 16th - 18th Century Paintings

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Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug.

Lot 211 / Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug.

Detailabbildung: Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug. Detailabbildung: Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug. Detailabbildung: Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug. Detailabbildung: Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug. Detailabbildung: Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug. Detailabbildung: Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug. Detailabbildung: Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug. Detailabbildung: Antoine Caron, 1520 Beauvais - 1599 Paris, zug.

211
Antoine Caron,
1520 Beauvais - 1599 Paris, zug.

ALLEGORIE DES KRIEGES Öl auf Leinwand.
73 x 56,5 cm.
Verso auf dem Keilrahmen alter Aufkleber einer Brüsseler Ausstellung mit handschriftlicher Angabe einer ehemaligen Provenienz.
Im originalen Rahmen.

Catalogue price € 95.000 - 110.000

 

Das mit mehreren allegorischen Inhalten besetzte Gemälde zeigt in den Hauptfiguren einen links vor einem Feldzelt an einem Tisch stehenden Feldherrn im Harnisch, mit modisch geschlitzten, grünen Pluderhosen, roten Beinkleidern und reich brokatierten Ärmeln. Er hat seine rechte Hand in die Hüfte gestützt, die linke an die Brust über eine Schärpe mit französischen Lilien gelegt und blickt einem Skelett entgegen, Allegorie des Chronos sowie des Todes, als Sensenmann, der über den Leichen zweier Krieger sowie eines Kindes breitbeinig steht, in den Knochenhänden die Sense gehalten, die im Halbbogen über die Leichen hinwegzieht. Zwischen den beiden Gestalten ein Hofzwerg in nobler Kleidung, ebenfalls mit Pluderhosen sowie weitrandigem Federhut, das Gesicht bärtig, hält er mit beiden Händen eine reich dekorierte Kriegsflinte. Am linken Bildrand eine jugendliche Gestalt mit märchenhaftem Gesicht, hohem, glänzendem Eisenhelm mit Federschmuck, über dem langen Mantel mit Rapportknopfleiste ein Schild. Hierbei handelt es sich zweifelsohne um die allegorische Gestalt der Athena, Göttin der Wissenschaften aber auch der Kriegskünste. Zu Füßen der Athena und des Feldherrn mehrere Rüstungsstücke zwischen Blättern liegend. Der Tisch ist mit rotem Tuch bedeckt, darauf der breitrandige Federhut des Feldherrn sowie ein Geldbeutel mit über das Tuch hingeschütteten Goldmünzen. Im zentralen Hintergrund zusammengedrängt in einer militärischen Formation Heerführer und geharnischte Soldaten. Die zu vorderst Stehenden höfisch gekleidet, zumeist mit Helmen oder breitrandigen Hüten mit hohem Straußenfederschmuck, eine rechts stehende Figur im Turban. Die dicht gedrängte Figurengruppe überhöht von einem Wald von Lanzen mit grauglänzenden Lanzenspitzen, darüber erhebt sich eine weiße Fahne mit rotem Kreuz, weiter hinten die Spitzkegel dreier Feldherrnzelte. Nach rechts hin lässt die Landschaft einen See erkennen, hinter dem sich ein verschneiter Bergzug unter schlierigen Wolken erhebt. Die detailgenaue, ikonografische Klärung des Gemäldes bedarf noch einer differenzierteren Klärung. In jedem Fall ist die Zwergenfigur zwischen Feldherr und Tod als Symbol für die Narretei des Krieges insgesamt zu sehen, der fein gemalte Kopf des Feldherrn zeigt einen fragenden Gesichtsausdruck mit Blick auf den Tod gerichtet, der jedoch über die Tatsache der Selbstverständlichkeiten des Krieges ein lachendes Gesicht zeigt. Auch die Tatsache, dass Athena links im Bild eher kindlich dargestellt wird, mag als eine Anspielung auf die Machtlosigkeit ihrer Funktion als Göttin der Weisheit und Wissenschaften zu deuten sein, im Augenblick des Krieges, indem sie hier repräsentativ als Kriegsgöttin auftritt. Auf dem zugehörigen, in Nussholz gefertigten Profilrahmen Aufschrift in der oberen und unteren Leiste: „Anco gli Archili la gran falce ancide/ et nostra speme svl fiorir recide“. (861803)


Antoine Caron,
1520 Beauvais - 1599 Paris, attributed to ALLEGORYOFTHEWAR
Oil on canvas.
73 x 56.5 cm.
Verso old exhibition sticker with a Brussels provenience.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.