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Auktion vom 23.09.2005
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Max Liebermann 1847 - 1935 Berlin
DIE BLUMENTERRASSE IM WANNSEEGARTEN NACH NORDEN, 1921
Diese 1921 datierte Ansicht zeigt in leichten, flüssig aufgetragenen Pinselstrichen die Blumenterasse hinter dem Landhaus des Künstlers. Im Hintergrund der Fischotterbrunnen von August Gaul.
Öl auf Leinwand 50 x 75 cm Bez. rechts unten: M. Liebermann 1921
Provenienz: 1956, Galerie Bollag, Zürich. 1956 (26. April), Kunstkeller Bellevue, Zürich, Schweizerische Ges. der Freunde von Kunstauktionen. 1970, Galerie Dr. Fetscherin, München. Seit den 70er Jahren des 20. Jh.s in Privatbesitz, Deutschland.
Ausstellungen: Schweizerische Gesellschaft der Freunde von Kunstauktionen, Auktion im Kunstkeller Bellevue, Zürich 26.4.1956, Abb. S.3.
Werkverzeichnis: Matthias Eberle, Max Liebermann 1847-1935, Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien, Bd. II, 1900-1935, München 1995, S. 1037 f, Nr. 1921/35.
Literatur: Vgl. Teut, Anna: Max Liebermann Gartenparadies am Wannsee, München/New York1997. - Kat.: “Nichts trügt weniger als der Schein“ Max Liebermann der deutsche Impressionist. Ausstellung Kunsthalle Bremen 1995/96, München 1995. Vgl.: Eberle 1995, Bd. II, WV 1918/15, 1919/17, 1919/19.
Anmerkung: 1909 erwarb Max Liebermann ein Grundstück in der Großen Seestraße am Ufer des Wannsee und ließ sich darauf ein Landhaus mit Atelier errichten. Die Sommervilla war nach genauen Angaben Liebermanns, Mustern holländischer Patrizierlandsitze nachgebaut. Der Garten war auf Rat des mit Liebermann befreundeten, damaligen Direktors der Hamburger Kunsthalle Alfred Lichtwark (1852 - 1914) zur Straßenseite als Blumen- und Gemüsegarten angelegt, zur Seeseite öffnete er sich mit einer Garten- und Blumenterrasse zu einem Park mit Rasenflächen, Baumgruppen und einem Laubengang. Haus und Garten sind bekannt geworden durch die vielen “Wannseegärten“, die seit 1910 an die Stelle der holländischen Landschaften traten. Ab 1914 suchte Liebermann seine Motive fast ausschließlich im Garten seines Landhauses und in dessen Umgebung. Viele dieser bis zum letzten Strich vor der Natur ausgeführten, die Frische einer Studie besitzenden Wannseebilder gehören zu des Malers besten Werken. Hier lassen sich Parallelen zu Claude Monets Gemälden, die er in den letzten vierzig Jahren seines Lebens im Garten seines Anwesens in Giverny schuf, ziehen.
Die Blumenterrasse im Garten Liebermanns war, anschließend an die Gartenterrasse, ungefähr einen Meter tiefer gelegen, fünfzehn Meter lang und neun Meter breit, mit umlaufenden Kieswegen, Rabatten
und einem Rasenteppich, in den ein Rondell und Blumenquadrate eingebettet waren. Daran schloss sich auf dem Niveau des Rasengartens ein weiteres Blumenparterre an, das die Pracht der Terrassenanlage zusätzlich steigerte. Die Verbindung der verschiedenen Ebenen erfolgte durch vier seitliche Treppen, deren waagrecht abschließende Wangen ebenso wie die Steinmauern Stellflächen für die hochaufragenden Kübelpflanzen und die Hängegewächse in den Blumenschalen boten. Für den notwendigen Sichtschutz sorgten seitliche Gebüschpflanzungen, die im Süden eine Nische für eine halbrunde Bank - in unserem Bild auch der Standpunkt des Künstlers - und im Norden halbkreisförmig den Fischotterbrunnen umfingen, aus dessen schlanker Stele leise plätschernd Wasser zunächst in eine runde und über deren wulstigen Rand in eine sechseckige Schale herabrann. Liebermann malte diese Blumenterrasse in all den Jahren, in denen er sich dort zur Sommerszeit in seinem “Schlösschen“ aufhielt, viele Male aus allen Blickrichtungen ohne sich je zu wiederholen. Dieser Garten war für ihn ein Stück kunstvoll idealisierter Natur, deren Farbkraft und Harmonie ihn immer wieder von neuem faszinierte.
“Dass Sie den Fischotter haben, ist herrlich. Er muss den schönsten Platz haben ...“ schreibt Alfred Lichtwark 1909 an Liebermann und dass diese Skulptur des Bildhauers August Gaul (1869 Groß Anheim - 1921 Berlin) dann einen zentralen Punkt in der Anlage des Wannsee-Gartens erhielt, sieht man auf diversen Bildern, die Liebermann davon malte. Vor dem Halbrund mit der Bank stehend, blickt man nach Norden über die mit Rasenflächen eingesäumten Blumenrabatten direkt auf den “Otterbrunnen“. Der Künstler rückte ihn etwas aus der Bildmittelachse nach links, um ein kompositorisches Gegengewicht zu den beiden überbordenden Blumenkübeln zu erhalten. Wobei ihn nicht die naturalistische Wiedergabe dieses Bildausschnittes interessierte, sondern einzig die Darstellung von Licht- und Farbreflexen auf den vorgegebenen, geometrisch strukturierten Wirklichkeiten. (591162)
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