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Gotischer Flügelaltar um 1510/20,  Meister Heinrich von Villach

Auktion vom 23.09.2006

1268

Gotischer Flügelaltar um 1510/20, Meister Heinrich von Villach

Gotischer Flügelaltar um 1510/20, Meister Heinrich von Villach Darstellungen: Festtagsseite mit den drei Schreinfiguren Heinrich von Bamberg, Erasmus und der Kunigunde von Bamberg. Die Darstellung des Hl. Wolfgang von der Hand des Meisters Heinrich. Werktagsseite mit den Hl. Leonhard und Ägidius von Hand eines Malers aus dem Umkreis des Kärntner Veronikaaltares.
H.: 142 cm. B.: 102 bzw. 208 cm. T.: 24 cm.
Anmerkung: Zu diesem Altar liegt eine Expertise vom Landesmuseum Kärnten (Mag. L. Wlattnig) vor.
Anmerkung:
Das bambergische Villach war im Mittelalter eine florierende Stadt, die der kirchlichen Oberhoheit nach zum Patriarchat Aquileia gehörte. Geprägt durch die geographische Nähe Italiens, bildete sich eine interessante Kulturlandschaft. In diesem Umfeld entstand die “Jüngere Villacher Werkstatt“ oder auch die “Heinrichswerkstatt“, dessen Oberhaupt Heinrich von 1505 bis 1525 war. Als besonderes Merkmal der Werkstatt gilt die aus der italienischen Protoklassik entwickelte Draperieform, die ab 1510 die Form des Parallelfaltenschemas übernimmt. Auch die Weiterentwicklung und Neuformulierung des “Weichen Stils“ bis in das 16. Jhdt. hinein ist bezeichnend für die Villacher Schnitzkunst. Das freundliche Lächeln und der leicht melancholische Ausdruck der Figuren ist ebenfalls typisch für die Kunst der “Heinrichswerkstätte“. Diese stilistischen Besonderheiten des Meisters Heinrich von Villach sind an dem Flügelaltar besonders schön zu sehen. Die Darstellung des Kaisers Heinrich und seiner Frau Kunigunde zeigt sie als Gründerpaar des Doms und des Bistums Bamberg. Als Zeichen seines großen Mäzenatentums und Gründer vieler Kirchen und Klöster trägt Heinrich von Bamberg hier ein Kirchenmodel in seinem Arm. (631801)

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