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München, den 25. März 2006Nachbericht März-Auktionen 2006Mit einer 80prozentigen Verkaufsquote und einem Nettoumsatz von rund 5,6 Mio Euro beschloss das Auktionshaus Hampel seine erste Versteigerung in diesem Jahr. Höchste Gebote für die Toplose der Auktion bewilligten vor allem Kunden aus dem Ausland, insbesondere die finanzkräftige russische Klientel machte auf sich aufmerksam. Sie sicherte sich viele der international begehrten Stücke. Der Auktionssaal war an beiden Tagen voll besetzt, die 16 Telefone, über die die ausländischen Kunden teilnahmen, über lange Strecken voll ausgelastet.Umsatzstärkste Partie der Versteigerung war die Auktion Gemälde, mit Alten Meistern im ersten Abschnitt und Losen aus dem 19. Jahrhundert und der Klassischen Moderne, von der fast alle Nummern beboten und gut verkauft wurden. Das auf die Zeit um 1603 datierte Landschaftsbild „Die Jagd im Schilf" von Roelant Jacobsz Savery wechselte für ein knapp unter der Schätzung liegendes Gebot von € 70.000,-- den Besitzer und wanderte in französische private Hände (Kat. 212, Taxe € 80.000,--). Die ruhige, in feiner Tonmalerei gehaltene Szene in Öl auf Holz von Jan van Goyen, die Ansicht einer Stadt am Fluss mit einem Fischerboot im Vordergrund, erreichte schnell eine Wertschätzung auf dem Niveau ihrer Taxe. Schon die Provenienz wies das Täfelchen als besonders erlesen aus, hatte es doch, bevor es in eine süddeutsche Privatsammlung einging, unter anderem auch bei Sir Joshua Reynolds Zeiten verbracht. Seit dem 24. März nennt es nun ein Schweizer Kunde des Hauses sein Eigen, der es über das Telefon ersteigerte (Kat. 214, Taxe € 60.000,-). Nicht an den Rhein, sondern ins Hessische zog es die „Weite Rheinlandschaft" des Deutsch-Flamen Herman Saftleben, ebenfalls mit bester Provenienz. Vor 1977 war sie Bestandteil der Sammlung Baron Heinz Barth von Meissel. Für € 29.000,-- netto ging sie an einen privaten Telefonbieter (Kat. 215, Taxe € 25.000,-). Im Bereich Möbel, Einrichtung und Kunstgewerbe traten vor allem Italiener als potente Käufer hervor. Der Hausaltar mit Weihwassergefäß, eine bedeutende Korallenarbeit, die im 17. Jahrhundert im sizilianischen Trapani gefertigt wurde, tritt nun den Weg in das Zentrum des katholischen Glaubens an und wandert in römischen Besitz. € 100.000,-- netto war das museale Stück dem Kunden wert, der sich am Telefon gegen weitere Teilnehmer durchsetzte (Kat. 449, Taxe € 100.000,--). Grosses Interesse bestand auch an dem auf € 14.000,-- bezifferten italienischen Spiegel (Kat. 111), der reich geschnitzt, originell gefasst und teilvergoldet war. Italienische Kundschaft mit Sinn für den hochwertigen Dekorationsstil erwarb ihn nach einem langen Bietgefecht über das Telefon für € 37.000,-- netto. Einen großen Preissprung dank internationaler Nachfrage schaffte außerdem die teilvergoldete, reich geschnitzte Tür mitsamt Türstock aus einem italienischen Palazzo aus dem 17./18. Jahrhundert (Kat.87). Auf € 14.000,-- taxiert, fiel bei € 26.000,-- der Hammer zugunsten eines Saalbieters. Gesucht und hart umkämpft war die teilvergoldete Bronzeskulptur, die Marc Aurel nach dem kapitolinischen Vorbild wiedergab. Natürlich hatten die Italiener ihn favorisiert, dieses Mal jedoch bewies ein Londoner Telefonbieter den längeren Atem, dem die Statuette € 32.000,-- netto wert war (Kat. 461, Taxe € 7.000,--). Einen eigenen Katalog und Auktionsabschnitt widmete Hampel erstmals dem Thema „Uhren". Das Angebot umfasste historische Stücke, Taschenuhren aber auch zeitgenössische Stücke aus dem Spitzensegment der Uhrmacherkunst der Unternehmen A. Lange und Söhne, Cartier, Patek Philippe, Breguet, IWC, Jaeger-LeCoultre und anderen namhaften Herstellern. Die begehrten Armbanduhren wurden mit Taxen ausgezeichnet, die meist bei 50 % ihres aktuellen Einzelhandelspreises lagen, mit dem Resultat, dass es so gut wie gar keine Rückgänge gab. Das Thema „Uhren" wurde in München über Gebühr gut angenommen. Von den historischen Stücken verbuchte die Louis XVI-Uhr von Charles le Roy (Kat. 888, Taxe € 19.-21.000,--) ein gutes Ergebnis mit dem Gebot von € 18.000,--, ferner die französische Empire-Uhr des Meisters C. Gallé (Kat. 894, Taxe €18.-20.000,--), für die Hampel einen Vorbehalt von € 15.500,-- festhielt. Aus dem in Sachsen beheimateten Unternehmen Lange und Söhne, seit Mitte des 19. Jahrhunderts berühmt für seine weltweit begehrten Taschenuhren, stammte die auf € 12.000-14.000 bezifferte Herren-Savonette mit einem Gehäuse aus 18karätigem Rotgold und einem verschiedene Funktionen bergenden Uhrwerk. Viele Kunden hatten hier Feuer gefangen. Bei € 7.800,- rief man auf, doch die zahlreichen Telefonbieter ließen es nicht dabei. Bei € 17.500,-- endete das Ringen um das seltene und komplizierte Uhrmacherkunststück, das in mitteldeutsche Privathand ging (Kat. 916, Taxe € 12.-14.000,--). Von den Herrenarmbanduhren lagen zwei der Schweizer Firma Breguet ganz vorne. Das Exemplar aus der Classique-Collection Grande Complication - Modell „Äquator" - mit ewigem Kalender gönnte sich ein süddeutscher Saalbieter, der die Karte bis € 46.000,-- empor hielt (Kat. 937, Taxe € 45.-60.000,--, Neupreis € 126.000,--). Die Tourbillon-Herrenarmbanduhr der Classic-Collection ging über das Telefon für € 32.000,-- nach Italien (Kat. 938, Taxe € 33.-35.000,--, Neupreis ca. € 80.000,--). Die Rolex mit dem verheißungsvollen Namen „Daytona Cosmograph Paul Newman" aus der Zeit um 1965 erwarb ein Münchner Kunde für € 35.000,-- netto am Telefon (Kat. 960, Taxe € 16.-18.000,--). In der kommenden September-Auktion wird Hampel Kunstauktionen abermals dem Thema „Uhren" eine eigene Auktion widmen. |






